8

Nach dem spektakulären Hinspiel-Sieg von Paris Saint-Germain steht der FC Bayern München im Halbfinal-Rückspiel der Champions League vor einer echten Herkulesaufgabe. Der georgische Flügelstürmer Khvicha Kvaratskhelia hat sich zuletzt zum absoluten Albtraum für die Münchner Defensive entwickelt und fordert Rechtsverteidiger Josip Stanisic im Kampf um das Finalticket zu einem entscheidenden Schlüsselduell heraus.

Josip Stanisic im direkten Duell mit dem Dribbelkünstler

Der 26-jährige Außenverteidiger des deutschen Rekordmeisters ist komplizierte Aufgaben in dieser Saison der Königsklasse durchaus gewohnt. Gegen namhafte Offensivstars wie Cole Palmer, Gabriel Martinelli, Vinicius Junior oder Kylian Mbappé hielt Stanisic seine Seite weitgehend dicht. Doch der 25-jährige Pariser Offensivmann stellt die Münchner Abwehr vor völlig neue Herausforderungen. Das liegt primär an der ungewohnten taktischen Ausrichtung: Während die Madrilenen im Viertelfinale oft auf einen Zweier-Sturm setzten, sieht sich Stanisic gegen den Pariser Dreier-Sturm wesentlich häufiger in direkten und isolierten Eins-gegen-Eins-Situationen.

Passend zum Thema

Bereits im Hinspiel brachte der pfeilschnelle Angreifer seinen Gegenspieler reihenweise in Verlegenheit. Besonders in der 24. Minute des ersten Aufeinandertreffens wurde die enorme Qualität Kvaratskhelias deutlich, als er die Beine der Münchner Defensive mit radikalen Richtungswechseln im Strafraum sprichwörtlich verknotete.

Straßenfußballer-Gen bedroht den Münchner Triple-Traum

Was den Georgier so gefährlich macht, ist sein unkonventioneller Stil. Kvaratskhelia durchlief in seiner Jugend keine hochmodernen Talentschmieden, sondern erlernte sein Handwerk als klassischer Straßenfußballer auf dem Bolzplatz. Diese rohe, unberechenbare Spielweise erinnert Beobachter stark an die Glanzzeiten von Franck Ribéry im Trikot des FC Bayern. Der Ball klebt dem Linksaußen selbst bei höchstem Tempo förmlich am Fuß.

Das taktische Problem für Bayern: Startet Kvaratskhelia tief aus der eigenen Hälfte, geht vielen technisch versierten Spielern nach 30 Metern im Vollsprint oft die Puste aus. Der Pariser Flügelstürmer hingegen zieht das Tempo mühelos durch, verzögert abrupt vor dem Verteidiger und löst die Situation mit blitzschnellen Haken auf. Wenn der FC Bayern München den Traum vom Triple und dem Einzug ins Finale am Leben erhalten will, muss Thomas Tuchel einen taktischen Kniff finden, um genau dieses Schlüsselduell auf der Außenbahn zu entschärfen.

Verwandte Beiträge