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Vizemeister Borussia Dortmund hat die Bundesliga-Saison mit einem 2:0-Auswärtssieg bei Werder Bremen beendet. Durch den verdienten Erfolg im Bremer Weserstadion verabschiedet sich das Team von Trainer Niko Kovac mit starken 73 Zählern in die Sommerpause. Für die Schwarz-Gelben bedeutet dies die beste Punktausbeute seit sieben Jahren. Während die Gäste einen historischen Defensiv-Meilenstein feiern, entlädt sich bei den Hausherren der massive Fan-Frust über eine enttäuschende Spielzeit.

Guirassy und Couto krönen Dortmunder Saisonabschluss

Obwohl das letzte Saisonspiel tabellarisch für beide Mannschaften von geringer Bedeutung war, nahmen die Gäste die Partie von Beginn an ernst. Nach einer eher ereignisarmen ersten Halbzeit war es Serhou Guirassy, der den BVB in der 59. Minute per unhaltbarem Kopfball auf die Siegerstraße brachte. Zuvor war der pfeilschnelle Stürmer noch am glänzend parierenden Werder-Keeper Mio Backhaus gescheitert. In der tiefen Nachspielzeit sorgte Yan Couto (90.+5) schließlich für den 2:0-Endstand.

Neben der starken Punktausbeute – letztmals holten die Westfalen in der Saison 2018/19 mit 76 Zählern mehr Punkte – durfte sich die Defensivabteilung über eine besondere Bestmarke freuen. Durch das abermalige Spiel ohne Gegentreffer stellte Borussia Dortmund mit nun 15 Zu-Null-Spielen den eigenen Vereinsrekord aus den Spielzeiten 2011/12 und 2019/20 ein.

Werder im Glück, aber offensiv zu harmlos

Bremen offenbarte im Spiel nach vorne einmal mehr die Schwächen dieser Saison. Einzig zwei Abseitstore von Verteidiger Amos Pieper (28.) und Karim Coulibaly (81.) sorgten kurzzeitig für Jubel auf den Rängen, wurden vom Schiedsrichtergespann jedoch korrekterweise aberkannt. Auf der Gegenseite hatte Werder bereits früh Glück, als eine Dortmunder Dreifachchance durch Guirassy, Samuele Inácio und Jobe Bellingham entweder an Keeper Backhaus oder am Aluminium endete (6.).

Fan-Proteste überschatten Bremer Klassenerhalt

Für die Hanseaten endet die Saison auf Platz 15 mit mageren 32 Punkten. Nach langen Abstiegssorgen und einem Trainerwechsel im Februar von Horst Steffen zu Daniel Thioune markiert dies die drittschwächste Bundesliga-Spielzeit in der Vereinsgeschichte der Norddeutschen. Die Geduld der Bremer Anhänger ist sichtbar am Ende: Auf Spruchbändern im Stadion prangerten die Fans den „Nichtabstieg als mehr Glück als Verstand“ an und richteten scharfe Worte an die Vereinsführung.

Explizit forderten die Anhänger personelle Konsequenzen und den Rauswurf von Sportchef Clemens Fritz sowie dem Leiter Profifußball, Peter Niemeyer. Die Klubführung stellt sich jedoch vor ihr Personal. Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung, sprach Clemens Fritz noch vor der Partie bei Sky das uneingeschränkte Vertrauen aus. Auch Trainer Daniel Thioune soll trotz der massiven Fan-Kritik am Gesamtzustand des Vereins im Amt bleiben.

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