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Der neue Vertrag von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund sorgt für hitzige Diskussionen. TV-Experte Didi Hamann hat den BVB für die Integration einer kurzfristigen Ausstiegsklausel scharf kritisiert. Obwohl das neue Arbeitspapier des Innenverteidigers bis 2031 gültig ist, könnte der deutsche Nationalspieler den Klub bereits im kommenden Sommer nach der Weltmeisterschaft verlassen.

Scharfe Kritik am Dortmunder Verhandlungsgeschick

In der Talkrunde „Sky90“ fand Ex-Nationalspieler Didi Hamann deutliche Worte für die Vertragsgestaltung der Westfalen. Dass der Defensivspezialist eine Hintertür für den kommenden Transfersommer besitzt, bewertet der 52-Jährige als massiven Fehler des Managements. „Eine Ausstiegsklausel in zwei oder drei Monaten zu machen, halte ich für fatal“, betonte Hamann. Er sieht in der vorzeitigen Verlängerung einen Deal, bei dem letztlich beide Parteien zu den Verlierern zählen.

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Der TV-Experte vermutet pragmatische Gründe hinter der Unterschrift des Abwehrspielers. Offenbar war aktuell kein anderer Verein bereit, die geforderte Ablösesumme zu stemmen. Ähnlich wie der FC Bayern München bei Dayot Upamecano musste nun auch die Borussia Zugeständnisse machen – allerdings mit einem deutlich kürzeren und aus Hamanns Sicht schädlicheren Zeitfenster.

Millionen-Ablöse als schwacher Trost für die Borussia

Sollte der Abwehrchef Schwarz-Gelb nach der WM-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko tatsächlich den Rücken kehren, winkt dem Revierklub dem Vernehmen nach eine Ablöse zwischen 50 und 60 Millionen Euro. Berichten zufolge gilt diese spezielle Vereinbarung jedoch exklusiv für europäische Schwergewichte: Lediglich Real Madrid, der FC Liverpool und ein weiterer internationaler Top-Klub sollen die Klausel aktivieren können.

Für Hamann ist dieser mögliche Geldregen jedoch trügerisch. Da ein solcher Wechsel erst spät im Transfersommer über die Bühne gehen dürfte, müssten die Dortmunder bei der Suche nach einem Ersatzspieler aufgrund der fortgeschrittenen Zeit tief in die Tasche greifen. Der finanzielle Vorteil wäre somit auf dem überhitzten Transfermarkt schnell wieder aufgebraucht.

Verlust an Identifikation für die Fans

Besonders bitter stößt dem Vize-Weltmeister von 2002 der emotionale Aspekt des Deals auf. Ein Traditionsverein lebe enorm von der Identifikation seiner Anhänger mit der Mannschaft. Eine derart kurzfristige Wechseloption untergrabe dieses Fundament massiv. Hamann ging sogar so weit zu sagen, er würde seinem eigenen Kind aktuell vom Kauf eines Trikots mit der Nummer des Innenverteidigers abraten, da dessen Verbleib über den Sommer hinaus völlig ungewiss sei.

Aus Sicht des Experten hätte die BVB-Führungsebene in den Verhandlungen mehr Härte zeigen müssen. Eine Ausstiegsklausel für das darauffolgende Jahr wäre vertretbar gewesen, der aktuelle Kompromiss schade jedoch der Planungssicherheit und Außendarstellung des Vereins.

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