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Die SpVgg Greuther Fürth steht vor dem sportlichen Abgrund. Nach beinahe 30 Jahren im deutschen Fußball-Unterhaus droht den Franken am kommenden Sonntag der bittere Gang in die 3. Liga. Um den historischen Absturz abzuwenden, benötigt das Team am letzten Spieltag zwingend einen Heimsieg gegen Fortuna Düsseldorf sowie Schützenhilfe im Parallelspiel.

Ausgangslage im Tabellenkeller: Fürth extrem unter Druck

Vor dem packenden Saisonfinale belegt das Kleeblatt mit 34 Punkten den 17. Tabellenplatz. Der Rückstand auf Arminia Bielefeld, die aktuell den Relegationsrang belegt, beträgt zwei Zähler. Auch der kommende Gegner Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig (jeweils 37 Punkte) zittern noch um den Klassenerhalt. Für die Spielvereinigung ist die mathematische Rechnung brutal, aber einfach: Ein Sieg gegen die Düsseldorfer ist absolute Pflicht.

Doch selbst ein Dreier im heimischen Ronhof garantiert noch nicht die sportliche Rettung. Da die Franken ein desolates Torverhältnis aufweisen, würde Bielefeld bereits ein einfaches Unentschieden in ihrem Spiel reichen, um in der Tabelle vor dem Tabellenvorletzten zu bleiben. Das Fußball-Wunder hängt somit am seidenen Faden.

Ex-Trainer Stefan Leitl verspricht Berliner Schützenhilfe

Die Augen und Hoffnungen der Fürther Fans richten sich daher unweigerlich in die Hauptstadt. Dort gastiert Konkurrent Bielefeld bei Hertha BSC. Ausgerechnet der ehemalige Fürther Aufstiegstrainer Stefan Leitl sitzt bei den Berlinern auf der Bank – und macht seinem Ex-Klub Mut. Obwohl es für die Hertha sportlich um nichts mehr geht, betonte der Coach: Wir werden definitiv das bestmögliche Team aufs Feld bringen, um auch klar zu dokumentieren, dass diese Saison für uns nicht zu Ende ist.

Gleichzeitig schickte Leitl eine emotionale Botschaft an seine alte Wirkungsstätte und erinnerte an das Jahr 2021. Damals feierte er mit den Franken am letzten Spieltag ironischerweise durch einen Sieg gegen Düsseldorf den Aufstieg in die Bundesliga.

Do-or-die im Ronhof: Fans fordern eine Reaktion

Dass das Kleeblatt überhaupt auf fremde Hilfe angewiesen ist, liegt an den teils enttäuschenden Auftritten der jüngeren Vergangenheit. Beim 1:2 in Berlin wirkte die Mannschaft platt und agierte trotz zeitweiser Überzahl über weite Strecken mutlos. Von 27 Abschlüssen fand lediglich ein später Kopfball von Torjäger Noel Futkeu den Weg ins Netz. Die Quittung folgte prompt in Form von lauten Buhrufen der mitgereisten Anhänger.

Für das entscheidende Do-or-die-Spiel am Sonntag beschwört der Verein nun den absoluten Zusammenhalt. Jeder gewonnene Zweikampf und jede Anfeuerung von den Rängen zähle nun. Sogar über die Stadtgrenzen hinaus fiebert man mit: Nürnbergs Cheftrainer Miroslav Klose drückt dem Rivalen die Daumen und hofft auf den Klassenerhalt der Spielvereinigung, um in der kommenden Spielzeit wieder zwei emotionale Frankenderbys bestreiten zu dürfen. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, liegt nun in den Händen der Fürther Spieler – und der Berliner Hertha.

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