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Die deutsche Nationalspielerin Jule Brand trifft an diesem Samstag um 18 Uhr mit Olympique Lyon im Champions-League-Finale auf den FC Barcelona. Für die 23-jährige Offensivspielerin markiert das wichtigste Endspiel im europäischen Vereinsfußball den vorläufigen Höhepunkt nach ihrem Wechsel aus Wolfsburg nach Frankreich im vergangenen Sommer.

Der goldene Schuss gegen Arsenal

Dass der französische Rekordmeister zum zwölften Mal in einem Finale der Königsklasse steht, liegt zu großen Teilen an der pfeilschnellen Tempo-Dribblerin. Im Halbfinal-Rückspiel gegen den englischen Topklub FC Arsenal erzielte Brand das erlösende Tor zum 3:1-Endstand. Ein Moment, den sie sich laut eigener Aussage noch etliche Male auf dem Smartphone ansah und der ihr größtes sportliches Glück bedeutete. Nun soll gegen die Katalaninnen der neunte Titel der Vereinsgeschichte für Lyon folgen.

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Der mutige Schritt aus der Komfortzone

Der Weg auf die größte europäische Bühne war für die deutsche Auswahlspielerin jedoch kein Selbstläufer. Zu Beginn ihrer Zeit in Lyon kämpfte sie mit der Sprachbarriere und einer enorm hohen Trainingsintensität. Zudem flößten ihr klangvolle Mitspielerinnen wie Abwehr-Ikone Wendie Renard oder die ehemalige Weltfußballerin Ada Hegerberg großen Respekt ein. Doch das tägliche Training mit den absoluten Top-Stars formte die Angreiferin. In der Vergangenheit stand sie oft wegen schwankender Leistungen in der Kritik. So forderten Ex-Nationalcoach Horst Hrubesch und Wolfsburgs Sportdirektor Ralf Kellermann in der Vergangenheit deutlich mehr Konstanz und professionelle Hingabe von ihr. Diese Forderungen hat die gebürtige Pfälzerin in Frankreich nun eindrucksvoll erfüllt.

Harte Bewährungsprobe gegen Barcelonas Weltstars

Im Endspiel wartet nun die schwerstmögliche Aufgabe. Der FC Barcelona dominiert den europäischen Frauenfußball und triumphierte bereits in den Jahren 2021, 2023 und 2024 in der Königsklasse. Das spanische Starensemble rund um die Weltfußballerinnen Alexia Putellas und Aitana Bonmatí geht als Favorit in die Partie. Brand selbst weiß um die enorme Qualität des Gegners und fordert höchste Konzentration ab der ersten Sekunde, da jede Einzelspielerin der Spanierinnen eine Partie im Alleingang entscheiden kann.

Rückendeckung erhält die 73-malige Nationalspielerin derweil von Bundestrainer Christian Wück. Er schätzt sie als kreativen Freigeist auf dem Platz und sieht in dem mutigen Wechsel nach Lyon den ultimativen Beweis für ihren sportlichen Hunger. Am Samstag kann sie diesen Hunger mit dem wichtigsten Pokal Europas stillen.

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