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Bundestrainer Julian Nagelsmann hält sich in der vieldiskutierten Personalie Manuel Neuer bedeckt. Im ZDF-„Sportstudio“ verweigerte der 38-Jährige jegliche Spekulationen über eine mögliche Rückkehr des langjährigen Kapitäns in den Kader für die Weltmeisterschaft 2026 und verwies stattdessen strikt auf die offizielle Nominierung am kommenden Donnerstag.

Keine vorzeitigen Namen für die WM 2026

Der Großteil der 26 begehrten Tickets für das anstehende Turnier sei laut Nagelsmann bereits vergeben. Das Trainerteam setze auf den bewährten Kern der vergangenen Monate. „Diese Gruppe ist über die Jahre zusammengewachsen. Wir wollen den Kader nicht komplett durcheinanderwürfeln“, betonte der DFB-Coach. Vor der offiziellen Bekanntgabe werde es keine öffentlichen Leaks geben. Stattdessen steht in den kommenden Tagen ein Kommunikations-Marathon an: Jeder Spieler, der in der jüngeren Vergangenheit Teil der Nationalmannschaft war, wird in einem persönlichen Telefonat über seine Rolle informiert – unabhängig von einer Zu- oder Absage. Zu diesen Gesprächen gehört zweifelsfrei auch der Austausch mit dem Weltmeister von 2014.

Torwart-Debatte: Baumann, ter Stegen und das Bayern-Denkmal

Die Torwartfrage beim DFB schien nach dem eigentlichen Rücktritt des Münchners vor zwei Jahren längst geklärt. Doch nach einer erneuten schweren Verletzung des ursprünglich designierten Erben Marc-André ter Stegen musste Nagelsmann umplanen. Zuletzt kristallisierte sich Oliver Baumann als Stammtorhüter heraus. Der Hoffenheimer Schlussmann überzeugte in der Qualifikation und genoss das Vertrauen des Trainerstabs.

Doch Neuers herausragende Leistungen in der laufenden Saison, insbesondere auf der großen europäischen Bühne wie gegen Real Madrid, fachten die Diskussionen neu an. Bayern-Trainer Vincent Kompany heizte die Debatte zusätzlich an, indem er seinen Schützling jüngst als „besten deutschen Torwart“ adelte, auf den eine Nationalelf für ein so wichtiges Turnier eigentlich nicht verzichten dürfe.

Steht der Ex-Kapitän auf der vorläufigen FIFA-Liste?

Zuletzt berichteten übereinstimmende Medien, dass der Name des Routiniers auf der provisorischen 55-Mann-Liste zu finden sei, die der DFB bereits beim Weltverband einreichen musste. Nagelsmann blockte auch diesen Vorstoß im Interview souverän ab und ließ sich nicht in die Karten schauen. „Wir lassen uns davon nicht treiben“, stellte der Bundestrainer klar und wies darauf hin, den Nominierungstermin bewusst gewählt zu haben, um keine Dinge vorwegzunehmen. Die Fußball-Nation muss sich also bis Donnerstag gedulden, um zu erfahren, ob das schier Unmögliche wahr wird und die langjährige Nummer eins in das Aufgebot zurückkehrt.

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