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Der SC Freiburg und der VfL Wolfsburg trennen sich in der Fußball-Bundesliga mit einem 1:1-Unentschieden. Während die Breisgauer nach einem Rückstand Comeback-Qualitäten beweisen, hat das späte Tor von Philipp Lienhart massive Auswirkungen auf den Tabellenkeller: Der Abstiegskampf beschränkt sich ab sofort auf nur noch drei Mannschaften.

Müde Breisgauer und ein Wolfsburger Pfostenschuss

Dem Team von Trainer Julian Schuster war die kräftezehrende 1:2-Niederlage im Halbfinal-Hinspiel der Europa League bei Sporting Braga deutlich anzumerken. Die Hausherren wirkten in der Anfangsphase schwerfällig, während die Gäste aus Niedersachsen – angesichts der prekären Tabellensituation – sichtlich verkrampft agierten. Dennoch setzte der VfL das erste dicke Ausrufezeichen: Nach einem hohen Ballgewinn zog Christian Eriksen aus 17 Metern ab. Der dänische Mittelfeldregisseur bewies seine herausragende Schusstechnik, sah seinen Versuch in der neunten Minute jedoch krachend an den Pfosten fliegen.

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In der Folge übernahmen die Freiburger zwar die Spielkontrolle, ließen im letzten Drittel aber jegliche Durchschlagskraft vermissen. Die beste Gelegenheit vor dem Pausenpfiff verbuchten erneut die Wölfe, als Adam Daghim eine Hereingabe per Kopf aus elf Metern knapp am Gehäuse vorbeisetzte. Folgerichtig ging es torlos in die Kabinen.

Koulierakis trifft, Lienhart kontert per Kopf

Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste auf die Führung und bestraften die zunehmenden Unkonzentriertheiten der Freiburger. Zunächst scheiterte Daghim mit einem Flachschuss aus 19 Metern noch am glänzend reagierenden Keeper Noah Atubolu. Wenig später war der Bann jedoch gebrochen: Konstantinos Koulierakis stieg nach einem Eckball am höchsten und nickte in der 55. Minute zur verdienten 1:0-Führung für die Niedersachsen ein.

Die Mannschaft von Dieter Hecking schien dem zweiten Treffer näher zu sein als der Sport-Club dem Ausgleich. Doch der VfL verpasste es, den sprichwörtlichen Sack zuzumachen. Das rächte sich exakt zwanzig Minuten nach dem Führungstreffer: Innenverteidiger Philipp Lienhart schraubte sich nach einer Standardsituation in die Höhe und köpfte zum 1:1-Endstand ein.

Aufatmen bei der Konkurrenz: Abstiegskampf spitzt sich zu

Das Remis im Breisgau gleicht einem Beben im Tabellenkeller. Werder Bremen und der 1. FC Köln stehen mit jeweils 32 Punkten nun so gut wie sicher am rettenden Ufer und können theoretisch maximal noch auf den 16. Rang abrutschen. Union Berlin (33 Punkte) und der Hamburger SV (34 Punkte) haben den Klassenerhalt durch die Punkteteilung endgültig in der Tasche.

Das direkte Duell um den Relegationsplatz machen nun der VfL Wolfsburg, der FC St. Pauli (beide 26 Punkte) und der 1. FC Heidenheim (23 Punkte) unter sich aus. Besondere Brisanz erhält die Konstellation dadurch, dass die Wölfe und die Kiezkicker am letzten Spieltag direkt aufeinandertreffen.

Trotz des späten Nackenschlags zeigte sich Wolfsburgs Cheftrainer kämpferisch. Dieter Hecking betonte, dass seine Mannschaft über weite Strecken ein richtig gutes Auswärtsspiel absolviert habe. Man sei keine typische Abstiegsmannschaft und befinde sich nach drei Spielen ohne Niederlage auf einem guten Weg, um die Klasse in den verbleibenden Partien endgültig zu sichern.

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