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Paris Saint-Germain reist mit einem herben personellen Rückschlag zum Champions-League-Halbfinale nach München. Rechtsverteidiger Achraf Hakimi fällt nach seiner Verletzung im Hinspiel für mehrere Wochen aus und verpasst das entscheidende Rückspiel gegen den FC Bayern.

Ein schwerer Schlag für das System von Luis Enrique

Das 5:4-Spektakel im ersten Aufeinandertreffen hat für den französischen Hauptstadtklub ein bitteres Nachspiel. Der Ausfall des Rechtsverteidigers zwingt Cheftrainer Luis Enrique kurz vor dem wichtigsten Spiel der Saison zum Umdenken. In der offensiven 4-3-3-Formation der Pariser agieren die Außenverteidiger nicht als klassische Absicherung, sondern bilden hinter dem Angriffstrio um Ousmane Dembele die zweite Pressing-Welle. Diese riskante, hoch stehende Spielweise erfordert extreme taktische Disziplin und Schnelligkeit, um Konter des Gegners rechtzeitig abzufangen.

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Genau in dieser Rolle brillierte der Marokkaner bisher. Mit seiner enormen Endgeschwindigkeit konnte der 27-Jährige Lücken schließen, die durch das aggressive Forechecking unweigerlich entstehen. Ohne ihn verliert die rechte Seite der Franzosen spürbar an defensiver Stabilität und offensiver Wucht.

Zaire-Emery als Notlösung in der Defensive?

Da Hakimi die Reise nach Deutschland nicht antreten wird, rückt voraussichtlich Warren Zaire-Emery in die Startelf. Der erst 20-jährige Franzose ist zwar vielseitig einsetzbar, bringt aber nicht die Erfahrung eines etablierten Außenverteidigers auf dieser spezifischen Position mit. Bereits in der Vergangenheit musste er auf der rechten Seite aushelfen und offenbarte dabei gelegentlich Schwächen gegen schnelle Flügelspieler.

Sollte der junge Ersatzmann in Bedrängnis geraten, müsste womöglich Flügelstürmer Desire Doué tiefere Defensivaufgaben übernehmen. Eine solche taktische Anpassung würde die Angriffskraft der Pariser spürbar mindern und dem eigenen Offensivspiel wertvolle Anspielstationen rauben.

Räume und Chancen für den FC Bayern

Die Mannschaft aus München muss vor heimischer Kulisse einen Ein-Tor-Rückstand aufholen, um in das Finale der Königsklasse einzuziehen. Das Fehlen des defensiven Ankers spielt dem deutschen Rekordmeister dabei unweigerlich in die Karten. Bereits im Hinspiel bereitete der giftige Luis Díaz der Pariser Hintermannschaft durch tiefe Läufe große Probleme und belohnte sich mit dem Treffer zum 4:5-Endstand.

Gegen eine neu formierte und unerfahrene rechte Abwehrseite der Gäste dürften sich für die Münchner Offensive nun genau jene Freiräume öffnen, die für ein erfolgreiches Comeback vor den eigenen Fans zwingend nötig sind.

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