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RB Leipzig leitet eine markante Wende in seiner Transferpolitik ein. Der Bundesligist wird künftig von extrem kostspieligen Spielerkäufen absehen und etabliert stattdessen eine interne Ablöse-Obergrenze. Gleichzeitig drängt der Klub auf lukrative Verkäufe und rückt auf der Zugangsseite den spanischen Mittelfeldspieler Sergi Altimira in den Fokus.

Neue finanzielle Realität bei den Roten Bullen

Die Zeiten von wuchtigen Investitionen, wie den 50 Millionen Euro für Xavi Simons oder den 40 Millionen Euro für Loïs Openda, scheinen in Sachsen vorerst vorbei zu sein. Dem Vernehmen nach greift fortan ein striktes Limit: Kein Neuzugang soll künftig die Marke von 30 Millionen Euro übersteigen. Diese Summe entspricht exakt jenem Betrag, den der Verein vor knapp drei Jahren für den heutigen Abwehrchef Castello Lukeba ausgab.

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Doch selbst dieses Limit soll die absolute Ausnahme bleiben. Die neue Idealvorgabe für Transfers pendelt sich bei rund 20 Millionen Euro ein. Dieser Maßstab greift bereits beim kommenden Sommer-Wechsel des Gladbachers Rocco Reitz zu den Leipzigern. Auch die jüngsten Verpflichtungen wie Yan Diomande, Rômulo und Arthur Vermeeren ordnen sich nahtlos in dieses finanzielle Raster ein. Als wesentlicher Grund für den Sparkurs gilt die in der laufenden Saison verpasste Teilnahme an der lukrativen Champions League.

Verkaufsdruck: Leipzig benötigt 113 Millionen Euro

Obwohl der Bundesligist in der kommenden Spielzeit wieder in der europäischen Königsklasse auflaufen wird, bleibt wirtschaftliche Disziplin das oberste Gebot. Sportchef Marcel Schäfer betonte jüngst, dass belastbare Zahlen im Klub eine äußerst wichtige Rolle spielen. Nach aktuellen Informationen muss der Verein in diesem Sommer Transferüberschüsse in Höhe von rund 113 Millionen Euro erwirtschaften.

Ein massiver Schritt in diese Richtung ist bereits getan: Juventus Turin verpflichtete Stürmer Openda per Kaufoption für knapp 43 Millionen Euro fest. Zudem gilt ein Abgang von Top-Verteidiger Lukeba angesichts seiner enormen Marktwertsteigerung von 50 Prozent seit seiner Ankunft als äußerst wahrscheinlich. Auch Kapitän David Raum könnte den Verein dank einer Ausstiegsklausel von rund 40 Millionen Euro verlassen. Bei Offensivmann Antonio Nusa könnten sich durch die anstehende Weltmeisterschaft ebenfalls hochkarätige Wechseloptionen ergeben.

Sergi Altimira als erster Testfall der neuen Strategie

Wie die veränderte Transfer-Philosophie in der Praxis aussieht, zeigt sich aktuell in Spanien. Berichten aus Andalusien zufolge intensiviert RB seine Bemühungen um Sergi Altimira. Der 24-jährige Mittelfeldakteur von Real Betis passt perfekt ins Beuteschema: Sein Marktwert liegt punktgenau auf der neuen Wunschgrenze von 20 Millionen Euro. Erste Gespräche in Sevilla sollen bereits stattgefunden haben, um die Parameter für einen Wechsel in die Bundesliga auszuloten.

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