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RB Leipzig hat den FC St. Pauli am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 2:1 (1:0) bezwungen. Während die Sachsen durch den Heimsieg die Teilnahme an der Champions League und den dritten Tabellenplatz endgültig absichern, stehen die Hamburger mehr denn je mit dem Rücken zur Wand. Trotz einer couragierten Leistung bleibt das Team vom Millerntor auf dem vorletzten Tabellenplatz und muss nun auf Schützenhilfe hoffen, um den drohenden Gang in die Zweitklassigkeit noch zu verhindern.

Bitterer Rückschlag nach mutigem Auftritt

Die Rollen vor der Partie waren klar verteilt, doch auf dem Platz zeigte sich ein anderes Bild. Die Hausherren aus Leipzig dominierten zwar zunächst den Ballbesitz und kamen durch Christoph Baumgartner sowie Brajan Gruda (8. Minute) früh zu gefährlichen Strafraumszenen, offenbarten im Anschluss jedoch ungewohnte Schwächen. Das eigentlich so spielstarke Spitzenteam leistete sich im Spielaufbau zahlreiche unpräzise Abspiele und wirkte in der Rückwärtsbewegung anfällig.

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Die Konsequenz: Die Gäste aus Hamburg rochen ihre Chance. Die Mannschaft agierte defensiv kompakt und setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche im Umschaltspiel. Nach gut einer halben Stunde fehlten nur Zentimeter zur verdienten Führung der Kiezkicker. Andreas Houtondji bediente Martijn Kaars mit einem präzisen Steilpass, dessen Abschluss aus rund 13 Metern jedoch nur krachend an die Querlatte klatschte (34.).

Schlager trifft zum Abschied – Orban legt nach

Wie so oft im Fußball rächte sich die mangelnde Chancenverwertung unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Im Anschluss an den ersten Eckball der Roten Bullen landete das Spielgerät nach einem kuriosen Abpraller vor den Füßen von Xaver Schlager. Der österreichische Mittelfeldspieler fackelte nicht lange und jagte den Ball unhaltbar unter die Latte (45.). Ein besonders emotionaler Moment: Für den Torschützen war es der letzte Heimauftritt in Leipzig, da er seinen auslaufenden Vertrag im Sommer nicht verlängern wird.

Der zweite Durchgang begann für den FC St. Pauli mit dem nächsten Nackenschlag. Nachdem Assan Ouedraogo zunächst noch am Pfosten gescheitert war, sorgte der zweite Leipziger Eckball für die Vorentscheidung. Eine maßgenaue Hereingabe von David Raum verwertete Abwehrchef Willi Orban wuchtig zum 2:0 (54.). Der späte Anschlusstreffer durch Abdoulie Ceesay in der 86. Minute brachte zwar noch einmal Spannung in die Schlussphase, kam letztlich aber zu spät, um das Spiel noch zu drehen.

Showdown am letzten Spieltag

Für den FC St. Pauli spitzt sich die Lage im Tabellenkeller damit dramatisch zu. Die Hamburger bleiben auf Rang 17 und richten nun bange Blicke auf die Konkurrenz. Der direkte Rivale VfL Wolfsburg könnte den Abstand mit einem Punktgewinn gegen Bayern München ausbauen. Am letzten Spieltag kommt es dann zum ultimativen Showdown: Im direkten Duell gegen die Wölfe geht es für St. Pauli um alles. Nur mit einem Sieg wahren die Hamburger die Chance, sich zumindest noch in die Relegation zu retten – vorausgesetzt, die mathematischen Konstellationen rund um den 1. FC Heidenheim und den VfL Wolfsburg spielen mit. Andernfalls ist der bittere Gang in die 2. Liga besiegelt.

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