FC Bayern München greift gegen Stuttgart nach dem 35. Meistertitel
Der FC Bayern kann mit einem Sieg gegen Stuttgart am Sonntag vorzeitig die 35. Meisterschaft in der Bundesliga feiern.
Der VfL Wolfsburg taumelt dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Mit lediglich drei mageren Punkten seit dem 18. Spieltag spielen die Niedersachsen eine katastrophale zweite Saisonhälfte und drohen nun, einen historischen Bundesliga-Negativrekord aufzustellen.
Die nackten Zahlen lesen sich wie eine sportliche Bankrotterklärung. Die Wölfe warten seit Wochen auf ein Erfolgserlebnis und sind aktuell die formschwächste Mannschaft in Europas Top-Ligen. Mit nur drei Zählern in der Rückrunde wackelt ein Rekord, auf den in der Autostadt niemand stolz wäre: In der Saison 1985/86 holte Hannover 96 in der zweiten Halbserie lediglich vier Punkte und trat am Ende den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit an. Die damaligen Roten blieben 17 Spiele sieglos.
Die aktuelle Ausbeute der Niedersachsen unterbietet sogar die legendäre Krisen-Saison von Tasmania Berlin (1965/66), die immerhin sechs Zähler in der Rückrunde sammelten. Den gleichen Wert erreichten in der Vergangenheit auch der Wuppertaler SV, Hertha BSC und der FC St. Pauli in ihren jeweiligen Abstiegsjahren. Wolfsburg rangiert derzeit noch dahinter.
Vor dem wegweisenden 30. Spieltag gegen den 1. FC Union Berlin wählt Chefcoach Dieter Hecking drastische Worte. In seinen bisherigen vier Partien an der Seitenlinie sprang nur ein einziger Punkt heraus. Der Rückstand auf den FC St. Pauli, der aktuell den Relegationsplatz belegt, beträgt bereits vier Zähler.
„Wir haben immer noch die Chance, aber wir brauchen nicht nach links und rechts gucken, wir brauchen den Sieg. Ohne den Sieg sind es Durchhalteparolen“, stellte der erfahrene Übungsleiter unmissverständlich klar. Das rettende Ufer, Platz 16, sei das realistische Ziel, doch dafür müsse die Mannschaft zwingend anfangen zu punkten. Die Vorzeichen für das Duell in der Hauptstadt stehen allerdings denkbar schlecht: Seit dem Aufstieg der Köpenicker trat der VfL siebenmal an der Alten Försterei an und konnte kein einziges Spiel gewinnen. Die letzten fünf Auswärtsauftritte bei den Eisernen, wo zuletzt Marie-Louise Eta sportliche Verantwortung übernahm, gingen allesamt verloren – viermal davon blieben die Wölfe sogar ohne eigenen Treffer.
Besonders brisant ist der eklatante Unterschied zwischen finanziellem Aufwand und sportlichem Ertrag. Mit einem geschätzten Kaderwert von 235 Millionen Euro stellt das Team um Kapitän Maximilian Arnold das sechstteuerste Aufgebot der Liga. Auch bei den Transferausgaben (68,7 Millionen Euro) gehört der Verein zur nationalen Spitze. In der Tabelle spiegelt sich das auf Rang 17 jedoch in keiner Weise wider.
Eine ähnlich fatale Entwicklung lässt sich derzeit nur in der englischen Premier League beobachten. Tottenham Hotspur weist mit einem Kaderwert von über 800 Millionen Euro eine noch größere Diskrepanz zu seinem derzeitigen Abstiegsplatz auf. Ein schwacher Trost für die Wolfsburger, die in den verbleibenden fünf Partien ein kleines Fußballwunder benötigen, um den totalen Absturz abzuwenden.
Der FC Bayern kann mit einem Sieg gegen Stuttgart am Sonntag vorzeitig die 35. Meisterschaft in der Bundesliga feiern.
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