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Oliver Baumann wird die deutsche Nationalmannschaft als Nummer eins in die kommende Weltmeisterschaft führen. Im mit Spannung erwarteten Bundesliga-Duell zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart trifft der 35-jährige Stammkeeper auf seinen direkten Herausforderer Alexander Nübel, der sich trotz überragender Statistiken vorerst mit der Rolle des Vertreters begnügen muss.

Kampf um die Königsklasse und das DFB-Tor

Wenn die Kraichgauer am Wochenende die Schwaben empfangen, steht weit mehr auf dem Spiel als nur wichtige Punkte für das internationale Geschäft. Beide Teams rangieren derzeit punktgleich mit 57 Zählern in der Spitzengruppe der Tabelle und schielen intensiv auf die Qualifikation zur Champions League. Doch der heimliche Fokus dieser Begegnung liegt zwischen den Pfosten: Es ist das direkte Aufeinandertreffen der beiden Männer, die das deutsche Tor beim anstehenden WM-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko hüten werden.

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Statistiken sprechen für den Stuttgarter Herausforderer

Ein nüchterner Blick auf die Zahlen der laufenden Saison spricht dabei eine überraschend klare Sprache. Der Schlussmann des VfB Stuttgart weist im direkten Vergleich die deutlich besseren Leistungswerte auf. Mit einer herausragenden Abwehrquote von 69 Prozent parierter Bälle lässt er den Hoffenheimer Kontrahenten, der auf 67 Prozent kommt, hinter sich. Noch deutlicher wird die Diskrepanz bei den vereitelten Großchancen: Hier steht der Herausforderer mit 24 Prozent spürbar vor seinem Rivalen, der lediglich 15 Prozent verbucht. Zudem behielt der Stuttgarter in dieser Spielzeit bereits elf Mal eine weiße Weste – ein Wert, den der TSG-Rückhalt mit sechs Zu-Null-Spielen nicht annähernd erreicht.

Darum vertraut Nagelsmann auf den Hoffenheim-Routinier

Dass Bundestrainer Julian Nagelsmann nach der erneuten Verletzung von Marc-André ter Stegen dennoch frühzeitig Oliver Baumann zur neuen Nummer eins ernannt hat, zeugt von der immensen Wertschätzung für den Routinier. Nach über 400 Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse strahlt der ehemalige Freiburger eine stoische Ruhe aus. Fehler unterlaufen dem erfahrenen Keeper äußerst selten. Diese jahrelange Konstanz gab letztlich den Ausschlag. Daran ändert auch der Einsatz des schwäbischen Konkurrenten beim jüngsten Testspiel gegen Ghana nichts. Nagelsmann betonte vehement, dass dieser Auftritt vor heimischem Publikum lediglich eine verdiente Belohnung war und ausdrücklich kein offenes Torwart-Casting darstellte.

Die Akte Manuel Neuer ist vorerst geschlossen

Ebenso wenig als Casting taugten offenbar die jüngsten Auftritte des FC Bayern München. Im Frühjahr flammten noch intensive Diskussionen auf, ob der mittlerweile 40-jährige Manuel Neuer nach starken Leistungen ein spätes DFB-Comeback für die Weltmeisterschaft feiern könnte. Diese Debatten sind inzwischen verstummt. Beim epischen Halbfinal-Aus der Münchner gegen Paris St. Germain bekam der Altmeister fünf Bälle auf sein Tor und konnte keinen einzigen davon entschärfen. Zwar traf ihn keine direkte Schuld an den Gegentreffern, doch das Fehlen einer absoluten Weltklasse-Parade ließ die Forderungen nach seiner Rückkehr schnell im Sande verlaufen. Somit ist der Weg endgültig frei für das neue Duo an der Spitze des DFB.

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