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Am 11. Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Vor dem Turnierbeginn schlägt Uli Hoeneß Alarm. Der Ehrenpräsident des FC Bayern München zweifelt öffentlich an der Titelreife der deutschen Nationalmannschaft und richtet deutliche Worte an Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Fehlende Eingespieltheit als größtes DFB-Manko

Hoeneß stört sich vor allem an der fehlenden Konstanz in der Aufstellung. In der Gruppenphase gegen die Elfenbeinküste, Ecuador und Curacao geht die DFB-Auswahl zwar als Favorit ins Rennen, doch für die K.o.-Runde sieht der langjährige Münchner Macher schwarz. Im Interview mit DAZN bemängelte er, dass die Mannschaft noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt habe. Da Deutschland aktuell über keine reine Weltklasse-Mannschaft verfüge, könne ein Turniererfolg nur über ein starkes Kollektiv gelingen. Als positives Vorbild für die Teambildung nennt Hoeneß den aktuellen Bayern-Coach Vincent Kompany.

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Rotiert Nagelsmann vor der WM zu viel?

Die Kritik zielt auf eine aus Hoeneß‘ Sicht mangelnde Klarheit ab. Er befürchtet, dass im ersten WM-Spiel eine Formation auf dem Platz steht, die so noch nie harmoniert hat. Die jüngsten Tests gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) lieferten ihm dafür Argumente. Nagelsmann rotierte stark, selbst auf der Torhüterposition erhielt der Stuttgarter Alexander Nübel überraschend den Vorzug vor dem designierten Stammkeeper Oliver Baumann. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Verletzungen den Bundestrainer in der Vergangenheit oft zum Handeln zwangen. Zudem ist die rechte Abwehrseite, deren Besetzung Hoeneß öffentlich hinterfragte, mit Joshua Kimmich eigentlich fest vergeben.

Mangelnde Kritikfähigkeit beim Bundestrainer?

Besonders brisant wird die Diskussion auf der persönlichen Ebene. Hoeneß berichtet von einem direkten Austausch mit seinem ehemaligen Vereinstrainer, nach dem Nagelsmann leicht beleidigt reagiert habe. Der Bayern-Patron vermisst beim DFB-Coach die Bereitschaft, Ratschläge anzunehmen und zuzuhören. Dabei verweist der Weltmeister von 1974 darauf, dass auch Experten wie Matthias Sammer zuletzt ähnliche Bedenken äußerten. Die Kritik sei laut Hoeneß keineswegs böse gemeint, sondern solle lediglich helfen, den Erfolg der Nationalmannschaft beim anstehenden Turnier zu sichern.

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