Rafael Nadal hat sich schützend vor seinen Landsmann Carlos Alcaraz gestellt. Nach dem frühen Ausscheiden des Weltranglistenersten beim ATP Masters in Miami gegen Sebastian Korda sowie der Halbfinal-Niederlage in Indian Wells waren bei den Fans zunehmend Zweifel an der aktuellen Form des spanischen Superstars aufgekommen.

Nadal fordert Respekt für die Erfolge des Youngsters

Die jüngsten Ergebnisse auf der US-Tour haben im Umfeld von Carlos Alcaraz für ungewohnte Unruhe gesorgt. Zunächst scheiterte der pfeilschnelle Spanier im Halbfinale von Indian Wells an Daniil Medvedev, bevor in Miami bereits in der dritten Runde gegen den US-Amerikaner Sebastian Korda die Segel gestrichen werden mussten. Eine Entwicklung, die verdeutlicht, wie schnelllebig das aktuelle Tennis-Geschäft ist – schließlich feierte Alcaraz noch kurz zuvor historische Grand-Slam-Erfolge und trat damit endgültig in die gewaltigen Fußstapfen seines großen Idols.

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Genau dieser Mentor springt nun für ihn in die Bresche. Am Rande der Verleihung eines Ehrendoktortitels an der Universidad Politécnica de Madrid machte Rafael Nadal deutlich, dass er die aufkommende Kritik für völlig überzogen hält. Der 22-fache Major-Sieger rief die Anhänger dazu auf, die außergewöhnlichen Leistungen der Nummer eins der Welt nicht wegen eines kleinen Formtiefs zu vergessen. „Wir werden uns keine Sorgen wegen zweier Niederlagen machen, sie sind unwichtig“, betonte die Tennis-Legende. „Er beschert dem spanischen Sport Erfolge, die vor 30 Jahren kaum vorstellbar gewesen wären. Ich verliere nie aus den Augen, was alles, was er tut, bedeutet.“

Verständnis für emotionale Ausbrüche auf dem Court

Nadal äußerte sich zudem zu einer viel diskutierten Szene aus dem Match gegen Korda. Zu Beginn des zweiten Satzes hatte der sichtlich frustrierte Alcaraz für alle hörbar geäußert, er wolle einfach nur nach Hause. Ein emotionaler Moment, den der routinierte Mallorquiner keineswegs an die große Glocke hängen möchte.

„Jeder, egal wie erfolgreich er ist, hat das Recht, sich eines Tages frustriert oder müde zu fühlen“, zeigte Nadal vollstes Verständnis für die menschliche Reaktion seines Schützlings. Er fügte hinzu: „Ich glaube, als er das bemerkte, hätte er es lieber nicht gezeigt. Es hat ihm wahrscheinlich nicht gefallen, sich so zu sehen, aber das ist verständlich.“ Mit diesen klaren Worten versucht der Altmeister, den medialen Druck von den Schultern der jungen spanischen Tennishoffnung zu nehmen und den Fokus wieder auf das Wesentliche zu lenken.

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