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Aryna Sabalenka und Coco Gauff haben im Streit um die Preisgelder bei den Grand-Slam-Turnieren mit einem Boykott gedroht. Am Rande des WTA-Turniers in Rom erhöhten die beiden Topspielerinnen am Mittwoch den Druck auf die Organisatoren der am 24. Mai beginnenden French Open erheblich. Die Kritik richtet sich gegen die prozentuale Verteilung der immensen Turniereinnahmen.

Sabalenka fordert einen größeren Anteil für die Aktiven

Die Weltranglistenerste fand bei ihrem Auftritt in der italienischen Hauptstadt deutliche Worte. Sie glaube fest daran, dass es irgendwann zu einem Boykott kommen werde, erklärte die Belarussin. Sie verwies dabei auf die zentrale Rolle der Athletinnen und Athleten: Ohne die Profis gebe es auf der Tour weder Turniere noch Unterhaltung. Daher stehe dem Spielerfeld ein deutlich größerer Anteil der Einnahmen zu.

Rückendeckung erhielt die pfeilschnelle Grundlinienspielerin von Coco Gauff. Die US-Amerikanerin betonte, dass ein gemeinsamer Streik absolut vorstellbar sei, sofern alle an einem Strang ziehen. Ihr Fokus liege dabei weniger auf den ohnehin gut verdienenden Topstars, sondern vielmehr auf der existenziellen Absicherung der Profis auf den hinteren Plätzen der Weltrangliste.

Swiatek mahnt zur Besonnenheit im Preisgeld-Streit

Eine moderatere Haltung nahm hingegen Iga Swiatek ein. Die viermalige Paris-Siegerin aus Polen bezeichnete die Drohung eines direkten Turnierverzichts als etwas extrem. Sie plädierte stattdessen für eine verbesserte Kommunikation und konstruktive Gespräche mit den Dachverbänden, idealerweise noch vor dem ersten Aufschlag in Roland Garros.

Millionen-Einnahmen vs. Ausschüttung: Die Zahlen

Hintergrund der hitzigen Debatte ist ein Brief der Spielerorganisationen an den französischen Tennisverband (FFT), in dem die Profis ihre tiefe Enttäuschung über die geplante Preisgeldstruktur äußerten. Die Spielerseite fordert eine Annäherung an eine Ausschüttung von 22 Prozent der gesamten Turniereinnahmen. Aktuell verharrt dieser Wert bei unter 15 Prozent.

Ein Blick auf die Bilanzen verdeutlicht die Dimensionen: Die French Open erwirtschafteten im vergangenen Jahr laut Spielerangaben rund 395 Millionen Euro. Auch wenn der Verband für die kommende Austragung üppige Preisgelder in Aussicht stellt – die Einzelsieger kassieren jeweils 2,8 Millionen Euro – und auf eine 45-prozentige Erhöhung der Prämien seit 2019 verweist, bleibt der Unmut groß. Gerade im Vergleich zu den stark profitbeteiligten Athleten in den großen US-Sportligen fühlen sich die Tennis-Asse weiterhin strukturell benachteiligt.

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