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Das frühe Saisonende für den amtierenden Vizemeister ist besiegelt. Ratiopharm Ulm unterlag am Samstag im heimischen Wohnzimmer den Bamberg Baskets mit 87:96. Damit verlieren die Schwaben auch das dritte Spiel der Best-of-Five-Serie und scheiden ohne einen einzigen Sieg aus dem Viertelfinale der BBL-Playoffs aus.

Auf Augenhöhe: Intensiver Schlagabtausch vor 6.000 Fans

Vor einer stimmungsvollen Kulisse hofften die Anhänger in der ausverkauften ratiopharm arena auf das dringend benötigte Lebenszeichen ihrer Mannschaft. Auf einem gigantischen Banner forderten die Fans bedingungslosen Einsatz für Headcoach Ty Harrelson. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem schnellen 2:8-Rückstand fanden die Hausherren tatsächlich in ihren Rhythmus. Mark Smith besorgte an der Freiwurflinie die erste Führung zum 16:15, Teamkollege Justin Simon legte direkt zum 20:15 nach. Doch die Gäste aus Franken zeigten sich unbeeindruckt und antworteten mit blitzschnellen Umschaltaktionen. Über ein 28:27 nach dem ersten Viertel ging es mit einem leistungsgerechten 47:47-Unentschieden in die Halbzeitpause.

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Watson läuft heiß: Bamberg dominiert die zweite Hälfte

Nach dem Seitenwechsel kippte das Momentum deutlich zugunsten der Bamberger. Die Gäste kamen wesentlich fokussierter aus der Kabine und bestraften die zunehmenden Fehler im Ulmer Spielbetrieb konsequent. Spielmacher Cobe Williams brachte sein Team mit einem dynamischen Korbleger erstmals zweistellig in Front (62:51). Zwar wehrte sich Ulm nach der fälligen Auszeit von Coach Harrelson nach Kräften und wusste beim Rebound zu überzeugen, doch die Bamberger hatten stets die passende Antwort parat – vor allem von der Dreierlinie.

Überragender Akteur auf dem Parkett war Ibi Watson. Der flinke Guard der Gäste war von der gegnerischen Defensive zu keinem Zeitpunkt zu kontrollieren und avancierte mit 28 Punkten zum unangefochtenen Matchwinner. Zwar verkürzten die Gastgeber im Schlussviertel noch einmal auf sieben Zähler, doch das fehlende Wurfglück und ein sichtbarer Mangel an offensivem Selbstbewusstsein verhinderten das späte Comeback. Am Ende stand eine verdiente 87:96-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Anton Gavel wirft seinen Ex-Klub aus dem Titelrennen

Mit dem Auswärtssieg vollenden die Franken den glatten Sweep in der Viertelfinalserie. Besonders brisant: An der Seitenlinie der Bamberger triumphiert mit Anton Gavel ausgerechnet der Trainer, der die Ulmer in der jüngeren Vergangenheit noch zur Meisterschaft geführt hatte. Für seine formstarke Mannschaft geht die Reise nun im Halbfinale weiter. Dort wartet entweder Würzburg oder Bonn – eine Paarung, die nach diesem dominanten Auftritt der Bamberger auch auf dem Wettmarkt für völlig neu gemischte Quoten sorgen dürfte.

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