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Nach der schmerzhaften 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart herrscht bei Bayer Leverkusen dicke Luft. Kapitän Robert Andrich wählte im Anschluss an das verpatzte Schlüsselduell drastische Worte und stellte die Mentalität seiner Mitspieler öffentlich infrage. Mit drei Punkten Rückstand auf den vierten Tabellenplatz rückt die Qualifikation für die Champions League vor dem abschließenden Bundesliga-Spieltag in weite Ferne.

Champions-League-Traum platzt im Schwabenland

Für den Sensationsmeister von 2024 ist die Ausgangslage im Kampf um die Königsklasse dramatisch gesunken. Während sich die Schwaben nach dem überzeugenden Heimsieg von ihren Fans feiern ließen und zurück auf Rang vier sprangen, nahm Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro sinnbildlich bereits den Fahrstuhl nach unten. Der Werkself droht in der kommenden Saison der ungeliebte Gang in die Europa League.

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Den vierten Champions-League-Platz machen am 34. Spieltag voraussichtlich der punktgleiche VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim unter sich aus. Der DFB-Pokalsieger aus dem Rheinland geht mit einem Drei-Punkte-Rückstand in sein letztes Saisonspiel gegen den HSV und muss auf gewaltige Patzer der Konkurrenz hoffen.

Andrich prangert fehlenden Zusammenhalt an

Die Enttäuschung über den harmlosen Auftritt saß tief bei Robert Andrich. „Wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, reicht es einfach nicht für die Champions League dieses Jahr“, konstatierte der 31-Jährige schonungslos. Laut dem Nationalspieler mangele es dem Team an Führungsspielern. In der Kabine gebe es zu „viele Charaktere, die ziemlich viel mit sich selbst ausmachen“. Sobald es brenzlig werde, schaffe man es nicht, als Einheit aufzutreten.

Auch Sportchef Simon Rolfes pflichtete seinem Kapitän bei und bemängelte die fehlende Widerstandsfähigkeit der Truppe. Die sportliche Talfahrt bringt unweigerlich auch Trainer Kasper Hjulmand in eine heikle Position. Seine Personalie dürfte bei einem endgültigen Verpassen der Champions League stark in den Fokus rücken. Andrich nahm bei seiner Analyse jedoch auch sich selbst in die Pflicht: „Da muss ich mir auch vieles ankreiden. Irgendwo muss der Fehler ja liegen.“

Stuttgarter Demirovic als Sinnbild für Bayer-Defizite

Wie man in entscheidenden Partien auftritt, demonstrierte an diesem Nachmittag ausgerechnet der direkte Konkurrent. VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth schwärmte von einem der besten Saisonspiele seines Teams, das bereits das Hinspiel im Januar deutlich mit 4:1 für sich entschieden hatte.

Den großen Unterschied auf dem Rasen machte besonders Stuttgarts Angreifer Ermedin Demirovic aus. Er verkörperte mit seiner Leidenschaft und Durchschlagskraft exakt jene Tugenden, die man auf Seiten der Leverkusener über 90 Minuten hinweg schmerzlich vermisste.

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