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Die TSG 1899 Hoffenheim darf weiter von der Königsklasse träumen. Durch einen glanzlosen, aber enorm wichtigen 1:0-Heimsieg gegen den SV Werder Bremen halten die Kraichgauer ihre Chancen auf die Champions-League-Qualifikation auch einen Spieltag vor Schluss am Leben. Eine historische Rote Karte für die Gäste legte den Grundstein für den Erfolg.

Rekord-Platzverweis schockt Werder Bremen

Die Partie war kaum angepfiffen, da schwächten sich die Norddeutschen bereits selbst. Nach nur 72 Sekunden leistete sich Yukinari Sugawara im Mittelfeld einen unerklärlichen Ausfallschritt und trat Bazoumana Touré mit der Sohle auf die Wade. Zunächst ließ Schiedsrichter Sören Storks die Szene weiterlaufen, doch nach einem Eingriff des Video-Assistenten (VAR) folgte die korrekte Entscheidung: Rote Karte in der 5. Minute. Es war der schnellste Platzverweis in der Bundesliga-Historie der Bremer. Für den 20-jährigen Salim Musah hatte dies bittere Konsequenzen: Bei seinem Startelf-Debüt musste er bereits nach zwölf Minuten aus taktischen Gründen für Isaac Schmidt weichen.

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Bremer Fehlerkette führt zum Tor des Tages

Trotz der Überzahl taten sich die Hausherren zunächst schwer, echte Torgefahr auszustrahlen. Es brauchte tatkräftige Mithilfe der Gäste, um in Führung zu gehen. Nach einem unpräzisen Rückpass von Jens Stage agierte Amos Pieper zu zögerlich, erlief den Ball erst hinter der Torauslinie und schaltete im Anschluss zu langsam. Die Sinsheimer nutzten die Unordnung blitzschnell: Eine kurz ausgeführte Ecke landete bei Klublegende Andrej Kramaric, der das Leder überlegt auf Bazoumana Touré ablegte. Der junge Angreifer fackelte nicht lange und versenkte den Ball platziert in der rechten Ecke zum 1:0 (26. Minute).

Werder kämpft, TSG Hoffenheim zittert

Wer nun eine dominante Vorstellung der Kraichgauer erwartete, wurde enttäuscht. Die Grün-Weißen kamen trotz Unterzahl immer wieder zu Abschlüssen, unter anderem durch Olivier Deman und Justin Njinmah. Auf der Gegenseite verpasste Tim Lemperle kurz vor dem Pausenpfiff per Kopf aus kurzer Distanz das beruhigende 2:0.

Im zweiten Durchgang bot sich den Zuschauern ein ähnliches Bild. Die beste Chance auf den Ausgleich hatte Njinmah in der 50. Minute, als er völlig frei vor Nationalkeeper Oliver Baumann auftauchte, diesen jedoch aus aussichtsreicher Position anschoss. Erst nach einer Stunde schaltete Hoffenheim einen Gang höher und drängte auf die Vorentscheidung: Alexander Prass scheiterte mit einem Distanzschuss an Keeper Mio Backhaus, wenig später klatschte eine scharf gezogene Flanke von Wouter Burger an den Pfosten.

Blick auf die Tabelle: Spannung vor dem Finale

Mit diesem knappen Arbeitssieg wahrt die TSG ihre Träume von der Champions League bis zum allerletzten Spieltag. Werder Bremen hingegen muss durch die Niederlage vorerst weiter um den endgültigen Klassenerhalt bangen. Das Schicksal der Bremer hängt nun am Ausgang der Abendpartie: Sollte der VfL Wolfsburg gegen Bayern München nicht dreifach punkten, wäre der SVW auch rechnerisch gerettet.

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