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Die TSG Hoffenheim hat Werder Bremen am Samstagnachmittag am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 1:0 (1:0) bezwungen. Ein früher Platzverweis für die Gäste und der entscheidende Treffer durch Bazoumana Touré sorgen dafür, dass die Kraichgauer weiterhin auf die Champions League hoffen dürfen, während die Norddeutschen weiter im Abstiegskampf zittern.

Früher Platzverweis durchkreuzt Bremer Pläne

Eigentlich hatte Werders Trainer Daniel Thioune vor der Partie eine klare Marschroute vorgegeben. Der Übungsleiter, der das Amt an der Weser im Februar übernommen hatte, wollte den Ligaverbleib unbedingt aus eigener Kraft sichern. Doch dieser Plan stand bereits nach wenigen Minuten auf wackligen Füßen. Yukinari Sugawara stieg im Zweikampf gegen Bazoumana Touré rücksichtslos ein und traf seinen Gegenspieler an der Wade. Nach Intervention des Videoassistenten und Begutachtung der Bilder am Spielfeldrand zeigte Schiedsrichter Sören Storks dem Bremer völlig zurecht die Rote Karte (5.).

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In Unterzahl sah sich der SVW gezwungen, sich tief in die eigene Verteidigungszone zurückzuziehen. Die Hausherren diktierten das Geschehen fortan mit über 60 Prozent Ballbesitz, taten sich gegen das massierte Bollwerk zunächst aber schwer und agierten im letzten Drittel oft zu fahrig.

Touré bestraft kollektiven Tiefschlaf

Dass die TSG dennoch vor dem Pausenpfiff jubeln durfte, lag an einer gehörigen Portion Unaufmerksamkeit der gegnerischen Hintermannschaft. Nach einer schnell ausgeführten Ecke der Hoffenheimer war die Bremer Abwehr gedanklich noch gar nicht formiert. Touré bedankte sich für den Freiraum und schoss in der 26. Minute zur umjubelten Führung ein. Die Gäste versuchten vor 28.128 Zuschauern dennoch durch schnelle Gegenstöße Nadelstiche zu setzen, doch ein Distanzschuss von Justin Njinmah (30.) verfehlte das Ziel deutlich.

Spannendes Fernduell am letzten Spieltag

Trotz der numerischen Unterlegenheit steckten die aufopferungsvoll kämpfenden Bremer im zweiten Durchgang nicht auf und blieben brandgefährlich. Besonders Njinmah tauchte aussichtsreich auf, ließ aber in der 50. Minute den möglichen Ausgleich kläglich liegen. Auf der Gegenseite hatte Hoffenheim Pech, als eine scharfe Flanke von Wouter Burger an den Pfosten klatschte (61.). Am Ende brachte die Heimmannschaft den knappen Vorsprung über die Zeit.

Durch den Heimsieg bleibt das Rennen um die europäischen Plätze hochspannend. Da der VfB Stuttgart zeitgleich gegen Leverkusen gewann, sind die punktgleichen Kraichgauer am kommenden Wochenende in Mönchengladbach auf Schützenhilfe angewiesen, da die Schwaben das deutlich bessere Torverhältnis aufweisen. Werder Bremen muss den Blick hingegen weiter nach unten richten. Sollte der VfL Wolfsburg im Abendspiel gegen den FC Bayern München gewinnen, könnten die Norddeutschen am letzten Spieltag theoretisch noch auf den Relegationsplatz abrutschen.

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