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Die Fußballerinnen des FC Bayern München haben sich souverän das erneute Double gesichert. In einem hochklassigen DFB-Pokalfinale in Köln besiegte das Team den Rekordpokalsieger VfL Wolfsburg deutlich mit 4:0 (1:0). Vor einer neuen Rekordkulisse von 46.064 Zuschauern verdarben die Münchnerinnen damit gleichzeitig den Abschied der langjährigen Wolfsburger Kapitänin Alexandra Popp.

Zähes Ringen und ein später Elfmeter

Zunächst tat sich die oft so übermächtige Offensive der Bayern, die in 25 Ligaspielen beeindruckende 89 Tore produziert hatte, überraschend schwer. Die Niedersächsinnen standen defensiv nahezu tadellos und ließen dem gefürchteten linken Flügel um die DFB-Stars Klara Bühl und Franziska Kett kaum Raum zur Entfaltung. Die Partie bot lange Zeit wenige zwingende Höhepunkte, bis kurz vor dem Pausenpfiff der Videobeweis eingriff.

VfL-Stürmerin Lineth Beerensteyn hatte Momoko Tanikawa am Fuß getroffen. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Georgia Stanway in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+2) souverän und flach zur Führung für das Team von Trainer José Barcala. Fast hätte Pernille Harder direkt nachgelegt, doch ihr Schuss wurde kurz vor der Linie geblockt.

Bitterer Abschied für Alexandra Popp

Für den VfL Wolfsburg war es ein hochemotionales Endspiel. Vor Anpfiff hatten die Fans noch auf ein Titel-Comeback gehofft, nachdem der silberne Pokal zuvor ein Jahrzehnt lang fest in Wolfsburger Hand war. Die Hoffnungen ruhten dabei vor allem auf Alexandra Popp. Die 35-Jährige feierte nach einem Muskelfaserriss pünktlich zum Finale ihr Startelf-Comeback.

Die künftige Dortmunderin zeigte in ihrem letzten großen Spiel für die Wölfinnen ihre bekannten Tugenden: Als Stoßstürmerin grätschte sie, dirigierte ihre Mitspielerinnen und suchte unermüdlich die Zweikämpfe. Trotz des unbändigen Willens der Leitwölfin fehlte es den Wolfsburgerinnen im Angriff an offensiver Durchschlagskraft. Mehr als ein wuchtiger Schuss von Lena Lattwein, der Bayern-Torhüterin Ena Mahmutovic zum Nachfassen zwang, sprang an klaren Chancen zunächst nicht heraus.

Bayern München dominiert nach dem Seitenwechsel

Bundestrainer Christian Wück hatte im Halbzeit-Interview noch spekuliert, dass der knappe Rückstand die Wolfsburgerinnen für den zweiten Durchgang zusätzlich pushen würde. Doch auf dem Rasen zeigte sich ein anderes Bild: Die Wölfinnen wirkten nach dem Seitenwechsel komplett zahnlos.

Stattdessen präsentierten sich die Münchnerinnen deutlich frischer und entschlossener. Die Bayern drängten konsequent auf die Vorentscheidung und spielten ihre ganze Klasse aus. Pernille Harder (59. Minute), die gefoulte Momoko Tanikawa (77.) und Arianna Caruso (84.) schraubten das Ergebnis in die Höhe und machten den dritten Triumph im Cup-Wettbewerb der Vereinsgeschichte perfekt. Damit untermauert der FC Bayern München seine aktuelle Vormachtstellung im deutschen Frauenfußball eindrucksvoll.

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