Bayer Leverkusen verpasst Champions League nach Remis gegen den HSV
Nach einem enttäuschenden 1:1 gegen den Hamburger SV verpasst Bayer Leverkusen am letzten Spieltag die Champions League.
Am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga geht es für die Vereine nicht nur um sportliche Ehre, sondern um handfeste finanzielle Existenzen. Von der lukrativen Qualifikation zur Champions League über die komplexe Verteilung der TV-Gelder bis hin zum dramatischen Überlebenskampf im Tabellenkeller – das anstehende Wochenende entscheidet über zweistellige Millionenbeträge, die die wirtschaftliche Zukunft und Planungssicherheit der Klubs in Deutschland maßgeblich prägen werden.
Die genauen Kosten eines Abstiegs aus dem deutschen Fußball-Oberhaus lassen sich zwar nur schätzen, doch die Einschnitte sind drastisch. Besonders bei den Medienerlösen hat der Sturz in die 2. Bundesliga fatale finanzielle Folgen im zweistelligen Millionenbereich. Ein anschauliches Beispiel lieferte in der Vergangenheit Werder Bremen: Geschäftsführer Klaus Filbry bezifferte die potenziellen Verluste durch reduzierte TV-Gelder bei einem Abstieg auf 20 bis 25 Millionen Euro.
Doch damit nicht genug. Ein Abstieg zieht einen Dominoeffekt nach sich, der auch Zuschauereinnahmen, Merchandising und essenzielle Sponsorengelder einbrechen lässt. Beim VfL Wolfsburg etwa würde der Volkswagen-Konzern seine Zahlungen an den Verein im Falle des Abstiegs nach unten korrigieren. Der Kampf um den Klassenerhalt ist somit in erster Linie ein Kampf um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.
Am anderen Ende der Tabelle lockt der große Geldregen. Vereine wie der VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen schielen auf die lukrativen Fleischtöpfe des europäischen Fußballs. Die UEFA Champions League spielt finanziell in einer völlig anderen Liga als die Europa League. Allein das Startgeld in der Königsklasse belief sich in dieser Saison auf rund 18,6 Millionen Euro – mehr als das Vierfache der Europa-League-Prämie, die bei rund 4,3 Millionen Euro lag.
Auch die erfolgsabhängigen Prämien machen den Unterschied. Ein Sieg in der Ligaphase der Champions League bringt mit 2,1 Millionen Euro fast fünfmal so viel ein wie in der Europa League. Wer gar in die K.o.-Phase vordringt, wie die formstarke Werkself aus Leverkusen, darf sich über weitere 11 Millionen Euro freuen. Stuttgart musste sich in der Europa League mit 1,75 Millionen Euro begnügen. Die Qualifikation für das höchste europäische Turnier ist somit der wichtigste Hebel für Transfers im kommenden Sommer.
Für Sportwetten-Fans und Taktik-Füchse ist ein Detail besonders spannend: Es gibt am letzten Spieltag keine bedeutungslosen Spiele. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) verteilt die TV-Gelder nach einem hochkomplexen Schlüssel, der stark auf der sogenannten Säule Leistung basiert. Diese macht über 40 Prozent der gesamten Medienerlöse aus und orientiert sich an Fünf- und Zehn-Jahrestabellen.
Das bedeutet konkret: Jeder einzelne Tabellenplatz am Ende der Saison kann einen Unterschied in Millionenhöhe ausmachen. Dem FC Augsburg winkt beispielsweise durch das Erreichen des neunten Platzes ein lukrativer Sprung in der TV-Tabelle, völlig unabhängig davon, ob das europäische Geschäft noch erreicht wird. Wenn am Wochenende der Ball rollt, geht es also auf allen Plätzen um bares Geld.
Nach einem enttäuschenden 1:1 gegen den Hamburger SV verpasst Bayer Leverkusen am letzten Spieltag die Champions League.
Der VfB Stuttgart bucht trotz eines Remis in Frankfurt das Ticket für die Champions League und krönt eine starke Saison.
Der FC Augsburg kämpft am 34. Spieltag um die Conference League und hofft dabei auf einen Ausrutscher der Konkurrenz.