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Der FC Chelsea hat sich am Mittwoch mit sofortiger Wirkung von seinem Teammanager Liam Rosenior getrennt. Der kriselnde Londoner Erstligist zieht damit die Konsequenz aus einer verheerenden sportlichen Talfahrt, nachdem der 41-Jährige erst Anfang Januar sein Amt angetreten hatte. Ausschlaggebend für das frühe Ende nach nicht einmal vier Monaten waren fünf Liganiederlagen in Serie.

Talfahrt in der Liga erzwingt schnelles Handeln

Ursprünglich war der englische Übungsleiter mit einem massiven Sechsjahresvertrag ausgestattet worden, um an der Stamford Bridge langfristig etwas aufzubauen. Nach einem vielversprechenden Start mit vier Siegen in den ersten vier Partien kippte die sportliche Situation jedoch drastisch. Den vorläufigen Tiefpunkt erlebten die Blues am Dienstagabend bei der 0:2-Auswärtsniederlage gegen das von Fabian Hürzeler trainierte Brighton & Hove Albion. Der Rückstand der Londoner auf die lukrativen Champions-League-Plätze ist mittlerweile auf sieben Punkte angewachsen.

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In einer offiziellen Mitteilung erklärte der Klub, dass die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Die jüngsten Leistungen blieben jedoch schlichtweg hinter den erforderlichen Standards zurück. Die Vereinsführung kündigte an, nun einen intensiven Prozess der Selbstreflexion zu durchlaufen, um bei der nächsten Trainerwahl für dauerhafte Stabilität zu sorgen.

Umstrittenes Netzwerk und das Aus in der Königsklasse

Rosenior hatte erst zum Jahreswechsel die Nachfolge von Enzo Maresca angetreten. Sein Transfer auf die Insel barg enorme sportpolitische Brisanz: Zuvor stand er beim französischen Erstligisten RC Straßburg an der Seitenlinie. Da sowohl Chelsea als auch Straßburg zum Vereinsnetzwerk des US-Unternehmers Todd Boehly gehören, befeuerte der Wechsel die hitzige Debatte um das sogenannte Multi-Club-Ownership-Modell. Für die Anhänger der Franzosen glich der Trainer-Abgang mitten in der Saison einer sportlichen Demütigung.

Erschwerend zum Absturz im Ligabetrieb kam für Rosenior das frühe Scheitern auf internationalem Parkett hinzu. Im Achtelfinale der Königsklasse waren die Engländer jüngst deutlich am amtierenden Titelverteidiger Paris Saint-Germain gescheitert. Wer nun die anspruchsvolle Aufgabe übernehmen soll, den teuren Kader wieder auf Kurs zu bringen, ist vorerst völlig offen.

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