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In der Fußball-Bundesliga spitzt sich die Trainerfrage bei Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach zu. Kasper Hjulmand und Eugen Polanski droht trotz der theoretischen Möglichkeit, ihre Saisonziele noch zu erreichen, das Aus im kommenden Sommer. Grund dafür sind anhaltende Leistungsschwankungen und eine fehlende spielerische Entwicklung. Bereits am anstehenden Wochenende stehen für beide Übungsleiter wegweisende Partien auf dem Programm.

Bayer Leverkusen: Inkonstanz überschattet den Traumstart

Als Kasper Hjulmand am 3. Spieltag das Ruder bei der Werkself von Erik ten Haag übernahm, war der Auftrag klar formuliert: Der Däne sollte mit seiner ruhigen Art die aufgewühlte Mannschaft stabilisieren und zurück auf Kurs Champions League bringen. Anfänglich schien dieser Plan perfekt aufzugehen. Mit fünf Siegen und einem Unentschieden aus den ersten sechs Partien feierte der ehemalige Mainzer einen herausragenden Einstand. Doch ein mutloser Auftritt und eine deutliche 0:3-Niederlage gegen Bayern München im November 2025 markierten einen spürbaren Wendepunkt.

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Seitdem gleicht die Saison der Rheinländer einer Achterbahnfahrt. Zwar überstand das Team die Gruppenphase der Königsklasse und scheiterte erst im Achtelfinale am FC Arsenal, doch im Liga-Alltag wechseln sich Licht und Schatten zu häufig ab. Bittere Niederlagen gegen den FC Augsburg, den VfB Stuttgart und Union Berlin zeugen von einer unerklärlichen Lethargie, aus der sich die hochtalentierte Mannschaft oft nicht befreien kann. Der Punkteschnitt des Trainers ist mittlerweile von starken 2,66 auf 1,86 gesunken. Obwohl der vierte Tabellenplatz nur zwei Zähler entfernt liegt, wächst die Kritik am fehlenden spielerischen Konzept. Vor der schwierigen Auswärtsaufgabe am Samstagabend bei RB Leipzig werfen Kritiker Hjulmand vor, dass er die Spieler individuell nicht besser mache – ganz im Gegensatz zur positiven Entwicklung, die Gegner Leipzig unter Ole Werner vollzogen hat.

Alarmstufe Rot in Gladbach: Polanski massiv unter Druck

Ähnlich ungemütlich ist die Lage am Niederrhein. Auch bei Borussia Mönchengladbach herrscht erhebliche Unzufriedenheit über die Stagnation der Mannschaft. Die markigen Worte des Aufsichtsratsvorsitzenden zuletzt ließen wenig Spielraum für Interpretationen und gelten als deutliches Alarmsignal für Trainer Eugen Polanski. Auf einem tabellarisch deutlich niedrigeren Niveau muss sich der Coach exakt denselben Vorwürfen stellen wie sein Kollege in Leverkusen: Es fehlt an Konstanz und einer klaren Handschrift.

Als der Ur-Gladbacher nach dem dritten Spieltag den glücklosen Gerardo Seoane beerbte, ruhten große Hoffnungen auf ihm. Doch die sportliche Rückwärtsentwicklung konnte bislang nicht nachhaltig gestoppt werden. Die anstehende Heimpartie am Sonntag gegen Borussia Dortmund könnte für die Fohlen und ihren Cheftrainer nun endgültig zum Schicksalsspiel werden.

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