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Ein beispielloser Eklat im 317. Prager Derby hat den vorzeitigen Titelgewinn von Slavia Prag verhindert. Wegen eines massiven Platzsturms samt Pyrotechnik und physischen Angriffen auf Spieler von Sparta Prag musste die hitzige Partie kurz vor Schluss beim Stand von 3:2 für die Hausherren abgebrochen werden.

Chaos statt Meisterfeier

Nur wenige Minuten trennten die Heimmannschaft am Wochenende von der großen Titelsause. Nach einem wilden Spielverlauf und Toren von Oscar, Stepan Chaloupek und David Zima hatte das Team einen zweimaligen Rückstand gedreht. Doch statt in Jubelstürmen endete der Abend in roher Gewalt. Nach zwei späten Platzverweisen für die Gastgeber fluteten Anhänger den Rasen, zündeten Bengalos und bewarfen sogar die Ränge mit Pyrotechnik. Besonders erschreckend: Laut Gästemeldungen kam es zu körperlichen Übergriffen auf mindestens ein bis zwei Sparta-Akteure.

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Slavia-Präsident zeigt sich fassungslos

Jaroslav Tvrdik, Präsident des Hauptstadtklubs, fand nach den Vorfällen deutliche Worte und sprach von der größten Schande, die er in seinen elf Jahren beim Verein erlebt habe. Er zeigte volles Verständnis für den vorzeitigen Pfiff des Schiedsrichters. „Wenn uns bei ihnen etwas Ähnliches passiert wäre, hätten wir uns genauso verhalten“, räumte Tvrdik ein. Entschuldigungen statt Ausreden prägten seine Reaktion, mildernde Umstände wolle man gar nicht erst suchen.

Drastische Konsequenzen drohen

Der sportliche Schaden für Slavia ist immens. Die Disziplinarkommission der tschechischen Liga wird sich nun mit dem Fall befassen. Es gilt als äußerst wahrscheinlich, dass das Spiel am grünen Tisch zugunsten des Erzrivalen gewertet wird. Der Ligaverband verurteilte das Verhalten in einer offiziellen Stellungnahme aufs Schärfste und betonte, dass weder sportliche Rivalität noch Emotionen eine Entschuldigung für körperliche Gewalt sein dürfen. Eine klare Grenze sei überschritten worden, die im professionellen Fußball keinen Platz haben dürfe.

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