Kimmich verteidigt Sané nach WM-Auftakt – Kritik unverständlich
DFB-Kapitän Joshua Kimmich und Trainer Julian Nagelsmann weisen die Kritik an Leroy Sané nach dem WM-Auftakt zurück.
Julian Nagelsmann hat mit ungewöhnlich offenen Aussagen zu seinem künftigen Turnierkader für Aufsehen gesorgt. Die klare Linie des Bundestrainers erntet nun prominentes Lob: Die Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels sowie Trainer-Ikone Jürgen Klopp stellen sich geschlossen hinter die Kommunikationsstrategie des DFB-Coaches im Vorfeld der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft.
In einem viel beachteten Interview mit dem Kicker hatte der Bundestrainer zuletzt tief blicken lassen und einzelne Kadernominierungen sowie Spielerrollen detailliert bewertet – teils mit deutlicher Kritik, teils mit großen Versprechungen. Ein Vorgehen, das Thomas Müller imponiert. Als TV-Experte für die Telekom erklärte der langjährige Bayern-Profi, dass eine derart transparente Personaldebatte zwar unüblich sei, man aber deutlich erkenne, dass Nagelsmann einen konkreten Plan verfolge.
Besonders die Personalie Leon Goretzka stach dabei heraus. Dem zentralen Mittelfeldspieler wurde vom Bundestrainer Einsatzzeit in Aussicht gestellt, obwohl er beim FC Bayern München derzeit keinen unumstrittenen Stammplatz innehat. Für Müller ein logischer Schachzug: Der DFB-Coach habe diesen Reizpunkt bewusst gesetzt, um die Rollenverteilung frühzeitig zu klären und den Konkurrenzkampf zu steuern.
Auch Mats Hummels sieht die offensive Kommunikation gelassen. Der erfahrene Innenverteidiger betonte, dass es auch in der Vergangenheit Spieler gab, die frühzeitig Gewissheit über ihren Kaderplatz hatten – nur sei dies früher eher intern geblieben. Als perfektes Beispiel führte Hummels das erfolgreiche WM-Turnier in Brasilien 2014 an. Damals hätten absolute Leistungsträger wie Philipp Lahm oder eben Thomas Müller bereits Monate im Voraus keinerlei Zweifel gehabt, dass sie fest für Südamerika eingeplant seien.
Rückendeckung gibt es zudem von höchster Trainer-Ebene. Jürgen Klopp, der designierte Fußball-Chef von Red Bull, zeigte sich begeistert von der Herangehensweise. Ein selbstbewusster Bundestrainer sei genau das, was die Nationalmannschaft jetzt brauche. Dabei betonte der ehemalige Liverpool-Coach, dass die klaren Worte keineswegs einen Freifahrtschein für bestimmte Akteure bedeuten. Weder seien die Türen für Wackelkandidaten endgültig verschlossen, noch dürften sich Stammspieler auf ihren Lorbeeren ausruhen.
In seiner neuen Rolle als TV-Experte will Klopp im Übrigen auf sportliche Belehrungen verzichten. Er habe nicht vor, dem Bundestrainer öffentlich Ratschläge zu erteilen oder nach eventuell verpatzten Länderspielen als Besserwisser aufzutreten. Diese Aufgabe überlasse er lieber seinem Experten-Kollegen Thomas Müller.
Wie gut Nagelsmanns Pläne auf dem Rasen fruchten, wird sich zeitnah zeigen. Am kommenden Freitag trifft die deutsche Nationalmannschaft ab 20.15 Uhr in einem Testspiel auf die Schweiz. Die Partie wird live bei RTL und auf RTL+ übertragen.
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