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Bundestrainer Julian Nagelsmann hat die Berufung von Leroy Sané in den deutschen Kader für die kommende Weltmeisterschaft nachdrücklich verteidigt. Bei der offiziellen Kaderbekanntgabe in Frankfurt reagierte der DFB-Coach auf die teils harsche Kritik an der Nominierung des 30-Jährigen, der bei seinem aktuellen Klub Galatasaray mit einem Leistungstief kämpft.

Volles Vertrauen in den Herausforderer

Der pfeilschnelle Offensivspieler wird laut Nagelsmann voraussichtlich in einer Rolle als Herausforderer in das Turnier starten. Trotz der anhaltenden Diskussionen um seine Körpersprache betonte der Bundestrainer den enormen Wert des Flügelspielers für das Teamgefüge. „Er hat eine extrem hohe Anerkennung innerhalb der Mannschaft“, erklärte der Cheftrainer und hob zudem die enge persönliche Bindung hervor: „Ich kenne ihn gut, habe einen super Draht zu ihm.“ Die gemeinsame Historie gibt ihm recht: In wettbewerbsübergreifend 77 Einsätzen unter Nagelsmann beim FC Bayern München und in der Nationalmannschaft war der Angreifer an beachtlichen 49 Treffern direkt beteiligt.

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Starke DFB-Bilanz überstrahlt Galatasaray-Tief

Rein sportlich lässt sich die Kritik an der Nominierung durch einen Blick auf Sanés jüngste Vereinsleistungen erklären. Beim türkischen Meister kam der Linksfuß im laufenden Kalenderjahr in 20 Auftritten lediglich auf ein Tor und drei Vorlagen. Folgerichtig sank sein Marktwert jüngst auf 20 Millionen Euro. Nagelsmann hält jedoch mit den starken Auftritten im DFB-Trikot dagegen: „Bei uns hat er in den letzten vier Spielen fünf Scorer gesammelt.“ Diese Quote sei schlichtweg hervorragend und rechtfertige das Vertrauen vollends.

Die besondere Waffe gegen müde Gegner

Auch wenn dem Bundestrainer die schwächere Vereinsbilanz des Routiniers bewusst ist, sieht er in dem Ex-Münchner ein essenzielles Puzzleteil für einen erfolgreichen Turnierverlauf. Gerade gegen tief stehende Abwehrreihen oder in der Schlussphase gegen erschöpfte Kontrahenten könne Sané im Kombinationsspiel den Unterschied ausmachen. „Er hat natürlich nach wie vor was ganz Besonderes im engen Raum“, fasste Nagelsmann zusammen. Der Bundestrainer ist fest davon überzeugt, den Spieler sportlich so kitzeln zu können, dass nach der WM die positiven Stimmen deutlich überwiegen werden.

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