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DFB-Sportdirektor Rudi Völler bremst die Euphorie rund um die deutsche Nationalmannschaft. Mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sieht der 66-Jährige die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Kampf um den Titel nicht in der absoluten Pole-Position.

Siegeszug unter Nagelsmann macht DFB-Team gefährlich

Zwar zählt Deutschland für Völler nicht zu den heißesten Anwärtern auf den WM-Pokal, dennoch unterstreicht er die jüngste sportliche Entwicklung. Gegen die DFB-Elf werde es jede Nation schwer haben, betonte der Weltmeister von 1990 im Interview mit der Funke Mediengruppe. Besonders die Serie von sieben Siegen in Folge, die das Team teilweise unter enormem Druck einfuhr, dürfe in der öffentlichen Wahrnehmung nicht untergehen. Dass es bei einer Weltmeisterschaft keine leichten Aufgaben gibt, machte der Sportdirektor deutlich: Wer bei Gegnern in der Gruppenphase von einem Selbstläufer spreche, habe laut Völler schlichtweg keine Ahnung von Fußball.

Ein erfolgreicher Turnierstart sei ein essenzieller Faktor, um eine Euphoriewelle mitzunehmen. Doch selbst Rückschläge müssen nicht das Ende bedeuten – das bewies Argentinien 2022 eindrucksvoll nach einer überraschenden Auftaktpleite gegen Saudi-Arabien. Um sich den nötigen Rhythmus für das Turnier zu holen, testet die deutsche Auswahl vor dem Auftakt noch gegen Finnland in Mainz sowie gegen den WM-Gastgeber USA in Chicago.

Kaderwert: Konkurrenz aus England und Frankreich enteilt

Ein Blick auf die Zahlen stützt Völlers Einschätzung der Favoritenrollen, was auch für Sportwetten-Fans von großer Bedeutung ist. Im weltweiten Ranking der wertvollsten A-Nationalmannschaften rangiert die deutsche Elf vor der finalen Nominierung mit einem Kaderwert von 773,5 Millionen Euro auf dem siebten Platz. Unangefochtener Spitzenreiter ist die englische Nationalmannschaft unter der Leitung von Thomas Tuchel. Die „Three Lions“ weisen einen Kaderwert von gigantischen 1,62 Milliarden Euro auf. Dahinter folgen Frankreich (1,47 Milliarden Euro) und Spanien (1,31 Milliarden Euro). Als wertvollste nicht-europäische Nation reiht sich Brasilien mit 778,5 Millionen Euro knapp vor Deutschland auf Rang sechs ein.

Spannung vor der Kader-Nominierung und Abschieds-Datum fix

Die Fans blicken nun gespannt auf den 21. Mai. An diesem Tag wird Julian Nagelsmann sein finales Aufgebot aus 26 Spielern für das Turnier bekanntgeben. Die Verschiebung der ursprünglich früher geplanten Nominierung resultierte aus dem dichten Terminkalender im Saisonfinale der europäischen Top-Ligen. Spätestens am 1. Juni muss der endgültige Kader offiziell eingereicht werden.

Während der Bundestrainer die Gegenwart formt, steht für Rudi Völler das Ende seiner Amtszeit bereits fest. Die Verträge des Sportdirektors und des Cheftrainers laufen bis zur Europameisterschaft 2028 im Vereinigten Königreich und in Irland. Eine weitere Vertragsverlängerung schloss Völler kategorisch aus: Er sei beim DFB nun zweimal schwach geworden, doch mit dann 68 Jahren müssen endgültig die Jüngeren übernehmen.

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