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Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev hat beim Masters-1000-Turnier in Madrid in einer kräftezehrenden Nachtschicht das Viertelfinale erreicht. Der deutsche Topspieler setzte sich im Achtelfinale gegen den tschechischen Youngster Jakub Mensik nach 2:18 Stunden Spielzeit mit 6:4, 6:7 (4:7) und 6:3 durch. Der hart erkämpfte Sieg des Weltranglistendritten stand aufgrund der späten Ansetzung erst um 1:22 Uhr in der Nacht fest.

Wutausbruch und Kampfgeist im entscheidenden Satz

Nach einem überzeugenden Auftakt im ersten Durchgang verlor der Olympiasieger von 2021 im zweiten Satz zunehmend den Rhythmus. Mensik agierte fehlerfreier und erzwang im Tiebreak den entscheidenden dritten Durchgang. Dort entlud sich beim Stand von 1:2 kurzzeitig der Frust des gebürtigen Hamburgers: Ein Schläger flog auf den Sandplatz, zudem musste sich Zverev mit einem Handtuch störenden Sand aus den Augen wischen. Doch der Favorit bewies Nervenstärke, fand seine Fokussierung wieder und verwandelte schließlich seinen ersten Matchball. Von den physischen Problemen, die ihn noch in der vorherigen Runde gegen Terence Atmane geplagt hatten, war äußerlich nichts mehr zu erkennen.

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Revanche-Gelegenheit und bayerische Hoffnungen

In der Runde der letzten Acht wartet nun eine offene Rechnung auf den DTB-Star. Er trifft auf den Italiener Flavio Cobolli, der ihm erst kürzlich beim Sandplatzturnier in München eine bittere Halbfinal-Niederlage zugefügt hatte. Vor seinem eigenen Matchbeginn in der spanischen Hauptstadt hatte Zverev als bekennender Fußballfan noch gehofft, dass sich das vorangegangene Damen-Einzel in die Länge zieht. Er wollte zumindest einen Teil des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain verfolgen. Die US-Amerikanerin Hailey Baptiste tat ihm mit ihrem überraschenden Dreisatzsieg über die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka diesen Gefallen.

Sinner souverän – Spanisches Mega-Talent glänzt

Neben Zverev gilt Jannik Sinner als großer Titelfavorit bei dem mit 8,2 Millionen US-Dollar dotierten Vorbereitungsturnier für die French Open. Der Weltranglistenerste aus Italien löste seine Pflichtaufgabe gegen den Briten Cameron Norrie souverän mit 6:2 und 7:5. Im Viertelfinale trifft der Südtiroler auf eine der größten Überraschungen des Turniers: Rafael Jodar. Der erst 19-jährige Spanier deklassierte den Tschechen Vit Kopriva mit 7:5 und 6:0 und knüpfte damit an seine starke Form aus Barcelona an. Tennis-Ikone Boris Becker lobte den Youngster in den sozialen Medien bereits als neuen Diamanten des Tennissports. Jodar ist nach Rafael Nadal und Carlos Alcaraz erst der dritte spanische Teenager in der Turniergeschichte seit 2002, der in Madrid in die Runde der besten Acht einzieht.

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