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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist mit einer 1:3-Niederlage gegen Finnland in die Weltmeisterschaft in der Schweiz gestartet. Trotz einer herausragenden Leistung von Torhüter Philipp Grubauer musste sich das Team von Bundestrainer Harold Kreis am Ende der individuellen Klasse und der Powerplay-Stärke des Olympiadritten beugen.

NHL-Goalie Grubauer hält Deutschland im Spiel

Der Schlussmann der Seattle Kraken wurde völlig zurecht zum Man of the Match gekürt. Von Beginn an stand der 32-Jährige unter Dauerbeschuss der aktiven und druckvoll agierenden Skandinavier. Beim 0:1 durch Anton Lundell (9. Minute) war Grubauer jedoch machtlos: Nach einem brillanten No-Look-Pass von Teuvo Teräväinen traf Lundell genau in den linken Winkel. Dem deutschen Keeper war in dieser Unterzahlsituation komplett die Sicht versperrt. Dass es nach dem ersten Drittel nur bei einem knappen Rückstand blieb, verdankte die deutsche Auswahl ausschließlich den starken Reflexen ihres NHL-Profis.

Seiders Heldentat und der Verzicht auf Nico Sturm

Im Mittelabschnitt stabilisierte sich die deutsche Defensive spürbar. Für das absolute Highlight sorgte Moritz Seider: Nach einem abgewehrten Schuss von Saku Mäenalanen trudelte der Rebound in Richtung Torlinie. In einer spektakulären Rückwärtsdrehung kratzte der deutsche NHL-Verteidiger den Puck im letzten Moment von der Linie und hielt sein Team damit im Spiel.

Während die Abwehr stand, mangelte es in der Offensive an Durchschlagskraft. Die fehlende Tiefe im Angriff macht sich bemerkbar, zumal der Deutsche Eishockey-Bund vor der Partie bestätigte, dass Nico Sturm nicht zum Team stoßen wird. Der Angreifer der Minnesota Wild war nach dem NHL-Playoff-Aus gegen Colorado als Verstärkung im Gespräch gewesen. Damit stehen bei diesem Turnier endgültig vier Nordamerika-Profis im 25-Mann-Kader der Deutschen.

Finnland bestraft deutsche Harmlosigkeit

Die unzureichende Chancenverwertung rächte sich im Schlussabschnitt. Während Deutschland selbst eine doppelte Überzahlsituation ungenutzt verstreichen ließ, demonstrierten die Finnen absolute Kaltschnäuzigkeit im Powerplay. Erneut war es Teräväinen, der das Tor einleitete: Ein kluger Pass von der Grundlinie wurde von Aleksander Barkov genial durch die eigenen Beine passieren gelassen, sodass Jesse Puljujärvi (44.) am langen Pfosten nur noch zum 0:2 einschieben musste.

Zwar keimte nach dem überraschenden Anschlusstreffer durch Stefan Loibl (49.) noch einmal kurz Hoffnung auf, doch die abgebrühten Skandinavier ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Aatu Räty (56.) sorgte in der Schlussphase für die endgültige Entscheidung und besiegelte die Auftaktniederlage für das aufopferungsvoll kämpfende DEB-Team.

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