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Der 1. FC Köln hat mitten im hitzigen Abstiegskampf der Bundesliga die Reißleine gezogen. Nach der Trennung von Lukas Kwasniok übernimmt der bisherige Co-Trainer René Wagner ab sofort das Zepter an der Seitenlinie. Vereinspräsident Jörn Stobbe stellt sich unmissverständlich hinter die interne Lösung und sieht darin die besten Chancen auf den Klassenerhalt.

Volles Vertrauen in die interne Lösung

Für viele Beobachter wirkt die Beförderung eines unerfahrenen Assistenten in der aktuellen sportlichen Krise riskant. Präsident Jörn Stobbe wies entsprechende Bedenken jedoch entschieden zurück. Gegenüber dem „Express“ betonte der Klubboss, dass die Personalie Wagner alles andere als ein Abenteuer sei. Obwohl dem neuen Übungsleiter die Erfahrung in vorderster Reihe fehle, sei man von seinen fachlichen Qualitäten vollends überzeugt.

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Stobbe stützt sich dabei auch auf die Einschätzung der sportlichen Leitung um Thomas Kessler. Der Fokus liegt nun nicht auf einem radikalen Umbruch. Vielmehr gehe es laut dem Vereinspräsidenten darum, die bestehenden Stärken zu nutzen und die letzten Prozent rauszukitzeln. Wagner kennt die Mannschaft und das Umfeld in der Domstadt aus dem Effeff. Genau diese Vertrautheit mache ihn laut Stobbe nicht zu einem Experiment, sondern zur erfolgversprechendsten Lösung für den Aufsteiger.

Die Talfahrt unter Lukas Kwasniok

Der Trainerwechsel wurde unausweichlich, nachdem die Rheinländer in eine sportliche Abwärtsspirale geraten waren. Das jüngste 3:3-Unentschieden im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach markierte den Schlusspunkt der Ära Kwasniok. Dabei hatte die Spielzeit für den 44-Jährigen und sein Team überaus vielversprechend begonnen.

Nach neun Spieltagen rangierte der Aufsteiger mit vier Siegen auf einem starken siebten Tabellenplatz. Doch auf diesen Höhenflug folgte ein rapider Absturz: Aus den anschließenden 18 Bundesliga-Partien holte die Mannschaft lediglich zwei weitere Dreier. Aktuell findet sich der Klub auf Rang 15 wieder, mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur zwei Zählern auf den Relegationsplatz.

Präsident Stobbe räumte ein, dass die Saison ein ständiges Auf und Ab gewesen sei. Zwar habe Kwasniok in entscheidenden Momenten – wie bei wichtigen Punktgewinnen gegen Heidenheim, Mainz und Wolfsburg im Januar – bewiesen, dass er das Team unter Druck aufrichten könne. Die unbefriedigende Gesamtausbeute der letzten Monate zwang die Verantwortlichen jedoch zum Handeln, um das klare Ziel Klassenerhalt nicht weiter zu gefährden.

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