FC Bayern verzichtet auf Lennart Karl – Kompany plant Rotation in Mainz
Der FC Bayern reist ohne Lennart Karl nach Mainz. Vincent Kompany will bei dem verletzten Talent kein Risiko eingehen.
Der FC Bayern München hat in der Bundesliga ein sensationelles Comeback gefeiert. Die bereits als Meister feststehende Mannschaft von Trainer Vincent Kompany drehte am Samstagnachmittag beim abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 einen 0:3-Pausenrückstand in einen spektakulären 4:3-Auswärtssieg. Obwohl der Fokus der Münchner spürbar auf dem kommenden Champions-League-Halbfinale lag, demonstrierte das Team in der zweiten Halbzeit seine unbändige Siegesmentalität.
Die Ausgangslage schien für die Hausherren ideal: Der FC Bayern hatte in der Vorwoche den 35. Meistertitel der Klubhistorie gesichert und zudem gegen Bayer Leverkusen das Ticket für das DFB-Pokalfinale gelöst. Mit dem eminent wichtigen Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain vor der Brust, rotierte Vincent Kompany seine Startelf massiv. Stammkräfte wie Joshua Kimmich und Dayot Upamecano traten die Reise nach Rheinhessen erst gar nicht an.
Stattdessen feierte der 18-jährige Bara Sapoko Ndiaye sein Startelfdebüt. Der junge Defensivspieler agierte zwar mutig, wirkte gegen die aggressive Spielweise der Mainzer jedoch phasenweise überfordert. Die Elf von FSV-Trainer Urs Fischer nutzte die defensiven Lücken eiskalt aus. Nach einem Eckball bediente Kaishu Sano punktgenau Dominik Kohr, der den Ball per Direktschuss zur frühen 1:0-Führung für die Gastgeber in die Maschen hämmerte (15. Minute).
In der Folge entwickelte sich ein Sturmlauf der Mainzer, die immer wieder über gefährliche Konter vor das Münchener Gehäuse kamen. Dass die Partie nicht schon früher komplett entglitt, lag allein an Jonas Urbig. Der Ersatz für Manuel Neuer vereitelte zunächst eine starke Doppelchance von Sheraldo Becker und Nadiem Amiri (20.), bevor er erneut gegen Becker glänzend parierte (22.).
Dennoch war der stark aufspielende Keeper letztlich machtlos gegen die Mainzer Effizienz bei den Abprallern. Nach einem Flachschuss von Amiri reagierte Paul Nebel am schnellsten und staubte zum 2:0 ab (29.). Unmittelbar vor dem Pausenpfiff wiederholte sich das Muster: Urbig lenkte einen weiteren Amiri-Schuss artistisch an die Latte, doch Becker drückte die Kugel aus wenigen Zentimetern zum 3:0 über die Linie (45.+2). Für den Rekordmeister war es ein historischer Tiefschlag – erstmals seit 2008 ging der FC Bayern in der Bundesliga mit einem 0:3-Rückstand in die Halbzeitkabine.
Wer jedoch dachte, die Münchner würden die Partie im Hinblick auf den Königsklassen-Kracher gegen PSG abschenken, sah sich getäuscht. Kompany reagierte auf den desaströsen Auftritt, weckte seine Mannschaft auf und veränderte die Statik des Spiels. Mit enormem Offensivdruck schnürten die Gäste die Mainzer im zweiten Durchgang ein und starteten eine furiose Aufholjagd.
Am Ende stand ein kaum für möglich gehaltenes 4:3 auf der Anzeigetafel. Während der FC Bayern München mit enormem Rückenwind in das Duell mit den Franzosen geht, bedeutet die bittere Niederlage für Mainz 05 einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Die Rheinhessen verpassten es, wichtige Punkte im Tabellenkeller zu sichern und stehen nun vor ungewissen Wochen.
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