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Hannover 96 hat im engen Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die Niedersachsen feierten beim Karlsruher SC am Wochenende einen umkämpften 3:1-Auswärtssieg und sprangen durch den hart erarbeiteten Dreier vorübergehend auf den dritten Tabellenplatz.

Effiziente Gäste bestrafen Karlsruher Ballbesitz

In einem Duell zweier Traditionsvereine – beide Klubs blicken zusammen auf 54 Jahre Bundesliga-Historie zurück – überließen die Gäste dem KSC zunächst den Ball. Der Aufstiegsaspirant konzentrierte sich auf eine kompakte Defensive und lauerte auf Umschaltmomente. Diese Taktik ging schnell auf: Nach perfekter Vorarbeit von Waniss Taibi schloss Mustapha Bundu in der 18. Minute präzise ab und brachte die Niedersachsen in Führung.

Die Hausherren benötigten einige Minuten, um den Rückschlag zu verdauen, wurden dann aber zwingender. Nachdem Philipp Förster noch eine gute Ausgleichschance vergeben hatte, machte es Fabian Schleusener kurz vor dem Pausenpfiff besser. Der Angreifer verarbeitete eine Flanke technisch anspruchsvoll und traf via Innenpfosten zum 1:1-Halbzeitstand (44.).

VAR-Drama und späte Joker-Tore entscheiden das Spiel

Nach dem Seitenwechsel rückte zunehmend das Schiedsrichtergespann in den Fokus. Ein Handelfmeter für Hannover nach einem Kopfball von Stefan Thordarson an den Arm von Marcel Franke wurde durch den Videoassistenten wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung wieder einkassiert. Auch auf der Gegenseite blieb die Pfeife stumm, als Marvin Wanitzek im Strafraum der Gäste zu Fall kam.

In der Schlussphase bewiesen die Hannoveraner schließlich den längeren Atem. Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Kolja Oudenne dribbelte mutig in den Karlsruher Strafraum und traf aus spitzem Winkel zur erneuten Führung (82.). In einer wilden Nachspielzeit sorgte Daisuke Yokota für die endgültige Entscheidung. Nachdem Thordarson mit einem Strafstoß noch an KSC-Keeper Hans Christian Bernat gescheitert war, musste der Elfmeter wiederholt werden – der Torhüter hatte die Linie zu früh verlassen. Yokota übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zum 3:1-Endstand (90.+10). Mit diesem cleveren Auswärtssieg rückt der Traum von der 31. Bundesliga-Saison für Hannover ein großes Stück näher.

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