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Der VfL Wolfsburg hat im Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga einen wertvollen Befreiungsschlag verpasst. Die Mannschaft von Cheftrainer Dieter Hecking trennte sich im Kellerduell mit einem torlosen 0:0 von Borussia Mönchengladbach. Durch das Remis bleiben die Niedersachsen zwar im zweiten Spiel in Folge ungeschlagen, verharren aber weiterhin auf dem 17. Tabellenplatz.

Gemischte Gefühle in Niedersachsen

Während Dieter Hecking nach dem Schlusspfiff umgehend in den Katakomben verschwand, holten sich seine Spieler den aufmunternden Applaus der Ränge ab. Die Gemütslage beim VfL ist vielschichtig. Sportdirektor Pirmin Schwegler brachte es am Sky-Mikrofon auf den Punkt: Er sei hin- und hergerissen. Zwar verpassten die Wölfe gegen einen direkten Konkurrenten den erhofften Heimsieg, doch der Rückstand auf den Relegationsrang schrumpft. Der FC St. Pauli ist nur noch einen mageren Zähler entfernt. Besonders brisant: Am letzten Spieltag kommt es in Hamburg zum direkten Aufeinandertreffen beider Klubs.

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Borussia atmet auf, mahnt aber zur Vorsicht

Auf der Gegenseite verbuchten die Gäste den Punktgewinn als kleinen Erfolg. Die Elf vom Niederrhein hält nun ein Polster von sechs Zählern auf den Relegationsplatz und profitiert zusätzlich von einer deutlich besseren Tordifferenz im Vergleich zu St. Pauli. Dennoch trat Sportchef Rouven Schröder sofort auf die Euphoriebremse. Die Mannschaft sei noch immer nicht sicher in der Liga und müsse in den verbleibenden drei Partien hochkonzentriert bleiben.

Aluminiumpech und mangelnde Präzision

Das Spiel auf dem Rasen war von intensivem Kampf, aber auch von offensiver Ineffizienz geprägt. Bereits in der 15. Minute setzte der pfeilschnelle Algerier Mohammed Amoura nach einem sehenswerten Alleingang ein erstes Ausrufezeichen, traf aus elf Metern jedoch nur den Pfosten. Auf der anderen Seite ließ Haris Tabakovic (36.) nach einem verunglückten Abstoß von VfL-Keeper Kamil Grabara eine hochkarätige Möglichkeit ungenutzt und jagte den Ball freistehend über den Querbalken. Kurz vor dem Seitenwechsel (44.) scheiterte der glücklose Amoura bei einer erneuten Großchance abermals am Pfosten.

Auch im zweiten Durchgang fehlte beiden Offensivreihen die entscheidende Zielstrebigkeit. Bezeichnend für die Partie war eine kuriose Szene der Hausherren kurz nach Wiederanpfiff: Nach einer flachen Hereingabe von Christian Eriksen behinderten sich Aaron Zehnter und Amoura im Strafraum gegenseitig, als beide zeitgleich zum Abschluss ansetzten. In der Schlussphase drängte Wolfsburg leicht auf den Führungstreffer, doch Sael Kumbedi (79.) verfehlte das Gehäuse nach einem klugen Pass von Konstantinos Koulierakis nur um Zentimeter. Den finalen Schlusspunkt setzte schließlich der eingewechselte Gladbacher Giovanni Reyna, der mit einem Kopfball in der 85. Minute ebenfalls am Aluminium scheiterte.

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