Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schlägt wenige Wochen vor dem Start der Weltmeisterschaft in Nordamerika Alarm. Geschäftsführer Andreas Rettig fordert vom Weltverband FIFA rasche Lösungen, da ungeklärte Steuerfragen, Währungsschwankungen und faktisch sinkende Prämien ein erhebliches finanzielles Risiko für die deutschen Kassen darstellen.

Sinkende Prämien durch das Mega-Turnier

Auf den ersten Blick wirken die Zahlen der kommenden WM lukrativ: Mit einem Gesamtprämien-Topf von 727 Millionen US-Dollar und einer Rekordsumme von 50 Millionen Dollar für den künftigen Weltmeister brüstet sich die FIFA mit neuen Bestmarken. Doch für den DFB trügt der Schein. Andreas Rettig stellte am Rande der Veranstaltung „Hamburgs Spitzen“ klar, dass der finanzielle Kuchen durch die Aufstockung auf 48 Teilnehmer deutlich kleiner ausfällt. Für die meisten Nationen bedeutet dies im Vergleich zur Endrunde 2022 in Katar unterm Strich geringere Einnahmen.

Aktuell plant die deutsche Nationalmannschaft mit festen Einnahmen in Höhe von 10,5 Millionen Dollar, die sich aus Vorbereitungskosten und dem Startgeld zusammensetzen. Diese Summe muss jedoch enorme Kosten decken, darunter das geplante WM-Quartier in North Carolina, die komplexe Turnierlogistik des gesamten DFB-Trosses und nicht zuletzt die Erfolgsprämien der Spieler. Ein frühes Ausscheiden, wie bei den letzten beiden Turnieren in Russland und Katar, würde erneut erhebliche finanzielle Einbußen nach sich ziehen.

Währungsrisiko und die US-Steuerfalle

Neben den reinen Prämien bereitet dem DFB auch der Finanzmarkt Sorgen. Da die Gelder komplett in US-Dollar ausgeschüttet werden, macht die aktuelle weltpolitische Lage und die damit verbundene Schwankungsbreite der Währung eine seriöse Budgetplanung fast unmöglich. Das mit Abstand größte Unbehagen löst beim Verband jedoch die komplexe Steuergesetzgebung in den Vereinigten Staaten aus.

Aufgrund des föderalen Systems der USA greift der Fiskus je nach Bundesstaat unterschiedlich stark auf die Gewinne zu. Spielort und Aufenthaltsort bestimmen letztlich die Steuerlast, was den WM-Bonus spürbar schrumpfen lassen kann. Pikant dabei: Teams, die ihre Basis in den Mit-Gastgeberländern Mexiko oder Kanada aufschlagen, könnten hieraus einen klaren wirtschaftlichen Vorteil ziehen. Diese brisante Thematik dürfte spätestens beim kommenden FIFA-Kongress Ende April im kanadischen Vancouver für ordentlich Zündstoff zwischen den Verbänden und den Organisatoren sorgen.

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