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Die Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA werden von drohenden Arbeitskämpfen überschattet. Aus Sorge vor Razzien der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE drohen tausende Beschäftigte des SoFi Stadiums in Los Angeles mit einem Streik. Die Arbeiter fordern vom Weltverband FIFA und den lokalen Organisatoren verbindliche Garantien für ihre Sicherheit.

Angst vor Razzien: Gewerkschaft stellt sich gegen FIFA

Die Fronten in der kalifornischen Metropole verhärten sich zusehends. Bei einer Protestkundgebung vor der WM-Arena machte die Gewerkschaft Unite Here Local 11 ihren Standpunkt unmissverständlich klar. Die Organisation, die rund 2.000 Angestellte der Spielstätte vertritt, kündigte eine vollständige Arbeitsniederlegung an, sollten ICE-Agenten bei den acht geplanten WM-Spielen in Los Angeles eingesetzt werden. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, reichte die Arbeitnehmervertretung bereits eine formelle Beschwerde beim National Labor Relations Board (NLRB) gegen die FIFA ein. Die Präsenz der Einwanderungsbehörde schaffe ein massives Klima der Angst unter den Beschäftigten.

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Wie real diese Furcht im Alltag ist, schilderte Stadionkoch Isaac Martinez bei der jüngsten Kundgebung. Die Einwanderungsbehörde dürfe bei diesem globalen Turnier keine Rolle spielen. Die Belegschaft weigere sich, in ständiger Angst zur Arbeit zu erscheinen oder auf dem Heimweg eine Festnahme zu befürchten. Ohne eine schnelle und verbindliche Einigung sei das Personal bereit, die Arbeit konsequent niederzulegen.

Datenschutz im Fokus: Werden Mitarbeiter durchleuchtet?

Zusätzlich zur physischen Präsenz der Behörden rückt der Umgang mit sensiblen Daten in den Mittelpunkt des Konflikts. Im Rahmen des offiziellen FIFA-Akkreditierungsverfahrens müssen die Stadionmitarbeiter persönliche Informationen einreichen. Stadionangestellte Yolanda Fierro appellierte öffentlich an den Fußball-Weltverband, diese Daten unter keinen Umständen an ICE, ausländische Staaten oder Geheimdienste weiterzugeben.

Die Bedenken der Arbeiter sind historisch und politisch tief verwurzelt. ICE-Direktor Todd Lyons betonte erst im Februar, dass seine Behörde eine Schlüsselrolle im Sicherheitskonzept des Turniers einnehmen werde. Jüngste Ereignisse in Minneapolis, bei denen zwei Menschen während eines ICE-Einsatzes erschossen wurden, haben die Sensibilität und die Furcht vor gewaltsamen Eskalationen drastisch erhöht.

Das SoFi Stadium im Vorort Inglewood, regulär die gigantische Heimstätte der NFL-Franchises Los Angeles Rams und Chargers, ist einer der wichtigsten Austragungsorte der kommenden Weltmeisterschaft. Unter den acht dort geplanten Partien befindet sich auch das Auftaktspiel der US-amerikanischen Nationalmannschaft gegen Paraguay. Ob das Eröffnungsspiel reibungslos über die Bühne gehen kann, hängt nun maßgeblich von den anstehenden Verhandlungen ab.

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