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Ignacio Buse hat völlig überraschend das ATP-Turnier am Hamburger Rothenbaum gewonnen. Der 22-jährige peruanische Qualifikant besiegte im Finale am Samstag den US-Amerikaner Tommy Paul und sicherte sich damit den ersten Titel seiner noch jungen Karriere auf der ATP-Tour.

Märchenhafter Siegeszug für den ungesetzten Südamerikaner

In einem packenden Endspiel setzte sich Buse am Ende mit 7:6 (8:6), 4:6 und 6:3 gegen den favorisierten Tommy Paul durch. Der junge Südamerikaner mit deutschen Wurzeln krönte damit eine sensationelle Woche an der Elbe. Er ist der erste Qualifikant seit dem Georgier Nikoloz Basilaschwili im Jahr 2018, der den prestigeträchtigen Titel in Hamburg erringen konnte. Der Triumph zahlt sich für den 22-Jährigen auch finanziell enorm aus: Mit einem Preisgeld von 415.140 US-Dollar kassiert er mehr als die Hälfte dessen, was er in seiner gesamten bisherigen Karriere (knapp 800.000 Euro) verdient hatte. In der Weltrangliste macht der Senkrechtstarter einen gewaltigen Sprung und klettert auf Position 31.

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Von der Qualifikation zum Härtetest nach Roland Garros

Der Weg zum Titel war lang und beeindruckend. Als Nummer 57 der Welt nach Hamburg gereist, musste sich Buse zunächst durch zwei Qualifikationsrunden kämpfen. Im Hauptfeld folgten fünf weitere Siege, darunter ein Ausrufezeichen in der ersten Runde gegen den Titelverteidiger Flavio Cobolli. Der Peruaner, der bereits angekündigt hat, einen deutschen Pass beantragen zu wollen, entstammt einer echten Tennisdynastie: Sein Großvater Eduardo und dessen Zwillingsbruder Enrique waren in den 1940er Jahren gefeierte Stars, das Tennisstadion in Lima trägt zu ihren Ehren den Namen „Hermanos Buse“. Mit dem gewonnenen Selbstvertrauen aus sieben Siegen in Serie reist Buse nun zu den French Open, wo in Runde eins mit dem an Nummer elf gesetzten Andrej Rublew direkt ein echter Prüfstein wartet.

Krawietz und Pütz jubeln im Doppel-Krimi

Grund zur Freude gab es am Rothenbaum auch aus deutscher Sicht: Das Davis-Cup-Duo Kevin Krawietz und Tim Pütz hat zum dritten Mal in Folge das Sandplatzturnier in der Hansestadt gewonnen. Die Paarung aus Coburg und Frankfurt bewies im Finale Nervenstärke und rang das französische Duo Sadio Doumbia und Fabien Reboul hauchdünn mit 6:3, 4:6 und 10:8 nieder. Nach den Erfolgen in den Jahren 2023 und 2024 manifestieren die amtierenden ATP-Finals-Sieger damit ihre Dominanz in Hamburg. Auch sie reisen nun mit breiter Brust nach Paris, nachdem sie in dieser Saison bereits das Sandplatz-Masters in Monte Carlo für sich entscheiden konnten.

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