NORDIRLAND

Nordirland ist eine der Nationalmannschaften, die in diesen Qualifikationen eine angenehme Überraschung war und diese Nationalmannschaft hatte in ihrer Gruppe eine Bilanz von sechs Siegen, drei Remis und nur einer Niederlage, was für die führende Tabellenposition genügte. Ihre Konkurrenz war ja nicht die stärkste und ihre größten Gegner sollten Griechenland, Rumänien und Ungarn sein. Sie haben aber all diese Nationalmannschaften hinter sich gelassen. Dies ist ihr erster Auftritt in der Geschichte in einer Europameisterschaft und interessant ist, dass sie in der Vergangenheit die Platzierung in drei Weltmeisterschaften erreicht haben. Ihr größter Erfolg ist das Viertelfinale im fernen Jahr 1958, während sie ihren letzten Auftritt 1986 in Mexiko in der Gruppenphase beendet haben. Das wollen sie in diesem Jahr in Frankreich natürlich nicht wiederholen und sie können nur darauf hoffen, die Auftritte aus den Qualifikationen zu wiederholen, in denen sie wirklich gut waren.

Nationaltrainer: Wenn ein Außenseiter die Platzierung in einen großen Wettbewerb erreicht ist es klar, dass diese Nationalmannschaft einen guten Nationaltrainer und Experten hat, der ganz genau weiß, was zu tun ist und was seine Nationalmannschaft kann. Der 47-jährige Michael O’Neill führt Nordirland seit Ende Dezember 2011 an und er baute ganz geduldig den Teamgeist dieser Nationalmannschaft auf, in der es keine großen Spitzenspieler gibt. Vor genau 10 Jahren begann die Trainerkarriere von O’Neill und bevor er die Nationalmannschaft des Landes, in dem er geboren wurde, übernommen hat, führte er nur zwei Teams an und zwar das wenig bekannte Brechin City und das etwas bekanntere Team aus Nordirland, Shamrock Rovers, mit dem er im Jahr 2010 auch Meister war. Danach übernimmt der die Nationalmannschaft und im ersten Zyklus für die Platzierung in die WM in Brasilien 2014 erbrachten sie keine erwähnenswerte Leistung, aber sie schlugen zuhause das starke Russland und fuhren ein Auswärtsremis gegen Portugal ein, was allerdings wirklich lobenswert ist. In den letzten Qualifikationen sind sie so richtig in Fahrt gekommen und verbuchten schon am Anfang drei Siege, davon zwei auswärts bei Ungarn und Griechenland und schon damals war es klar, dass sie einen großen Erfolg erzielen könnten. Die Platzierung in Frankreich ist dieser große Erfolg und O’Neill ist der Held der Nation, egal wie der Auftritt dieser Nationalmannschaft in der EM enden wird.

Spielsystem und Spielerkader: Nordirland war sehr lange diejenige Nationalmannschaft, die ziemlich standfest und geschlossen in den meisten Duellen gespielt hat und hauptsächlich wenigstens einen Punkt geholt hat, wenn das Duell nicht ganz effizient war. So war es in den letzten Qualifikationen, in denen sie ganz anders aufgelaufen sind und vielleicht haben sie genau deswegen bei ihren Gegnern für Überraschung gesorgt. In den ersten drei Runden erzielten sie jeweils zwei Treffer, die für drei Siege genügten und man muss ebenfalls betonen, dass sie in allen sechs Siegen, die sie verbucht haben, wenigstens jeweils zwei Treffer erzielt haben. Nur gegen die Rumänen trafen sie nicht und sie wurden nur von dieser Nationalmannschaft geschlagen. Sie änderten sie Formation angesichts der Stärke des Gegners und das war hauptsächlich 4-1-4-1 oder 4-3-2-1, wobei der Teamgeist die größte Stärke der Nordiren ist. Es gibt da eigentlich keine Spitzenspieler in ihren Reihen und der erste Name der Qualifikationen war Stürmer K. Lafferty, der sieben Treffer erzielt hat. Die bekanntesten Spieler aus der Abwehrreihe sind J. Evans, McNair und Cathcart, im Mittelfeld St. Davis und L. Ward und der genannte K. Lafferty im Angriff. Von den Spielern, die in den Qualifikationen aufgetreten sind fehlen Mittelfeldspieler C. Evans und der linke Außenspieler Brunt.

Voraussichtliche Aufstellung: McGovern – McNair, J. Evans, Cathcart, Ferguson – Baird, Norwood, St. Davis – L. Ward, S. Dallas – K. Lafferty

Vorhersage: Das Beste für Nordirland ist die Tatsache, dass schon der Einzug in diese EM ein wirklich großer Erfolg ist und es ist demnach klar, dass sie in Frankreich ganz entspannt sein werden. Es wird ihnen niemand übelnehmen, wenn sie letztendlich viertplatziert sein werden, wobei die Nordiren gegen Nationalmannschaften ähnlicher Qualität wie Polen und die Ukraine gezeigt hat, dass sie wenigstens gleichgesetzt spielen können und in diesen zwei Duellen werden sie um Punkte kämpfen oder vielleicht um einen Sieg. Gegen Deutschland haben sie objektiv keine Aussichten. Insgesamt betrachtet, werden sie in ihrem ersten Auftritt in der EM den Einzug ins Achtelfinale wirklich schwer erreichen können.