ÖSTERREICH

Für die Österreicher ist dies erst der zweite Auftritt in Europameisterschaften und der erste, den sie über Qualifikationen erreicht haben, denn diese Nationalmannschaft trat das erste Mal als einer der Gastgeber im Jahr 2008 auf. Interessant ist, dass sie viel mehr Erfolg in Qualifikationen für Weltmeisterschaften hatten, denn einmal waren sie sogar drittplatziert, allerdings im weiten Jahr 1954. In der näheren Vergangenheit spielten sie in den Weltmeisterschaften 1990 in Italien und 1998 in Frankreich, kamen allerdings nach der Gruppenphase nicht weiter. Dafür haben sie allerdings die Gruppe für diese Europameisterschaft ganz kontrolliert und holten problemlos den ersten Platz, denn sie waren vom Anfang bis zum Schluss einfach brillant und verbuchten neun Siege und ein Remis. Niederlagenlos qualifizierten sich in Frankreich nur noch drei Nationalmannschaften und die Österreicher sind in dieser auserwählten Gesellschaft, obwohl ja in ihrer Gruppe auch zwei sehr starke Nationalmannschaften spielten und zwar Russland und Schweden. Interessant ist, dass sie das einzige Remis gleich in der ersten Runde eingefahren haben, wonach die brillante Serie von neun Siegen folgte und zwar mit einem Angriff, der im Durchschnitt mehr als zwei Treffer erzielte, während sie Gegentore erst in jedem zweiten Duell kassiert haben. In diesen Qualifikationen haben sie wirklich für Begeisterung gesorgt und sicherlich fürchten sich alle anderen Nationalmannschaften einigermaßen vor ihnen, was ja irgendwie auch logisch nach solchen Auftritten und den vielen Siegen ist.

Nationaltrainer: Der Nationaltrainer der Österreicher ist ein Ausländer und zwar der 56-jährige Schweizer Marcel Koller, der diese Nationalmannschaft schon seit 2011 anführt und die Geduld der Hauptverantwortlichen des österreichischen Fußballverbandes mit diesem Experten hat sich bezahlt gemacht. Obwohl sie die Platzierung in die WM in Brasilien nicht geschafft haben, blieb Koller auf der Trainerbank, wonach sie wirklich brillante Leistung in den Qualifikationen für diese EM erbracht haben. Koller hatte auch eine gute Spielerkarriere und verbrachte fast 20 Jahre in Grasshoppers, während er für die schweizerische Nationalmannschaft 56 Mal aufgetreten ist und drei Treffer als Mittelfeldspieler erzielt hat. Seine Trainerkarriere begann er logischerweise in der Schweiz in kleineren Teams Wil und St. Gallen und danach kam wieder logischerweise sein Grasshoppers auf die Reihe. In diesem Team blieb er nur eine Saison lang, wie auch danach beim Bundesligisten Köln. In Bochum blieb er vier Saisons und dann kam die österreichische Nationalmannschaft an die Reihe. Also nur drei Länder und der gleiche Sprachraum sind nur ein Beweis, dass Koller die Mentalität der Spieler hervorragend kennt und dies ist sicherlich einer der Gründe für den Erfolg. Fraglich ist, ob sie nach dieser EM sagen werden, dass nur die Platzierung in Frankreich ein Erfolg war, denn Koller weiß ja, was er macht und diesmal könnte er sich zusätzlich beweisen.

Spielsystem und Spielerkader: Die Österreicher bevorzugen immer die Formation 4-2-3-1 und sie hat ihnen viel Gutes gebracht, so dass sie auch in Frankreich sicherlich auf diese Weise spielen werden. In den Qualifikationen waren sie nicht übertrieben effizient, hatten dennoch einen Durchschnitt von mehr als zwei Treffern pro Duell, während die Abwehr brillant gespielt hat und nur im Auswärtsduell bei Montenegro zwei Treffer kassiert hat und in den anderen Duellen einen oder keinen. Die Österreicher haben auf allen Positionen gute Spieler und dies sind keine Spitzenspieler, außer vielleicht dem Spieler von Bayern David Alaba, wobei die anderen gut genug sind, um in einem ausgeglichenen Team ihr Bestes zu geben. Innenverteidiger Dragovic und Hinteregger, Mittelfeldspieler Baumgartlinger, Junuzovic und der genannte Alaba dürfen nicht unterschätzt werden und da ist ja auch der unvorhersehbare Arnautovic. Es gibt da noch viele gute und erfahrene Spieler, die nach Bedarf reinrutschen können und wichtig zu erwähnen ist, dass Alaba in der Nationalmannschaft im Mittelfeld auflaufen wird und nicht außen links, wie in seinem Team.

Voraussichtliche Aufstellung: Özcan – Klein, Dragovic, Hinteregger, Fuchs – Ilsanker, Alaba – Harnik, Junuzovic, Arnautovic – Hinterseer

Vorhersage: Die Qualifikationen haben gezeigt, wie stark die Österreicher sind und es gibt keinen Grund dafür, dass diese Nationalmannschaft auch weiterhin nicht brillante Partien abliefert, abgesehen von einigen Niederlagen in Vorbereitungsduellen. Dies ist eine Chance für die brillante Generation der Österreicher und wenn man noch bedenkt, dass sie sicherlich besser als zwei Gegner in der Gruppe sind, erwarten wir logischerweise wenigstens ihren Einzug ins Achtelfinale und mit ein wenig Glück schaffen sie es vielleicht auch weiter.