Betfair-Wettbörse zieht sich vorerst aus Deutschland zurück

Nein liebe Leser, dies ist überhaupt kein schlechter Scherz, sondern die bittere Wahrheit oder besser gesagt die deutsche Realität. Die weltgrößte Wettbörse Betfair zieht sich aus Deutschland zurück und zwar aufgrund der geänderten Gesetzeslage bzgl. der Wettsteuer. Leider konnte sich Betfair mit deutschen Gesetzgebern nicht einigen, um auf ein halbwegs vernünftiges oder besser gesagt annehmbares Steuerkonzept zu kommen. Betfair will und kann einfach nicht 5% Steuer auf den Umsatz zahlen, aber die deutschen Steuerbehörden wollen unbedingt diesen Steuersatz auf alle Wettumsätze erheben und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine normale Wette bei einem Wettbüro oder eine auf einer Wettbörse abgeschlossenen Wette handelt.

Die Gründe von Betfair sind klar, da Betfair keine Gebühren auf den Wettumsatz erhebt, sondern auf Wettgewinne, sodass die geforderten 5% gar nicht tragbar sind. Das bedeutet, wenn Betfair mit der 5%-Steuer auf Wettumsatz einverstanden wäre, würde das Unternehmen im Minus wirtschaften, was natürlich kein Unternehmen machen möchte. Der Rauswurf der in Deutschland ansässigen Kunden ist aber vorläufig, bis eine rechtliche Klarstellung des Sachverhalts erwirkt wurde, wie Betfair auf seiner Website veröffentlicht hat. Mal abwarten, ob und was man am neuen Sachverhalt ändern kann.

Die Aussonderung der deutschen Kunden beginnt voraussichtlich am Freitag den 09. November 2012 (zwischen 09:00 und 11:00). Ab diesem Zeitpunkt werden die in Deutschland ansässigen Kunden keine Wetten bei der Wettbörse platzieren können. Es betrifft keine anderen Glücksspielprodukte des Unternehmens, sodass Poker, Exchange Games, Arcade, Casino und Festquoten-Wetten weiterhin benutzt werden dürfen. Die neue Regelung bezieht sich nicht auf Schweizer und Österreicher.

Ja, wir haben diese äußerst schlechte Nachricht gebracht und jetzt wollen wir nun schauen, was man dagegen machen kann. Eigentlich viel, aber es ist mit relativ viel Aufwand verbunden. Man könnte zu Betdaq umsteigen, aber die gewohnte Liquidität wird man keinesfalls bekommen. Eine andere Alternative wäre der Zweitwohnsitz, was wiederrum nur Kunden interessant ist, die viel Geld mit Betfair machen, da so ein Zweitwohnsitz mit einigen Geldausgaben verbunden ist. Man könnte auf halblegale Lösungen zurückgreifen und zwar das Spielen bei Betfair unter einer anderen Identität, was einerseits halblegal ist und andererseits hat ja nicht jeder Kunde so eine andere Identität. Zusammengefasst kann man sagen, dass der deutsche Staat den „Normalo-Spieler“ vertrieben hat, aber dem Profi-Spieler hat er nur den zusätzlichen Aufwand verursacht. Ich persönlich kenne einige Menschen, die mit der Wettbörse Betfair ihren Lebensunterhalt gestalten und ganz normal ihre Steuern bezahlen, so wie ein Daytrader, der ja auch nur an irgendwelchen Börsen handelt und anschließend seine Steuern abführt, aber anscheinend ist dem lieben deutschen Staat dieses Geld nicht gut genug. Der Profi-Spieler wird nur schmunzeln und demnächst seine Brötchen nicht mehr bei einem deutschen Bäcker kaufen, sondern bei einem schweizerischen oder österreichischen Bäcker und schön brav in einem anderen Land seine persönlichen Steuern entrichten. Schade eigentlich, dass man solche Menschen vertreibt, statt sie als kluge Köpfe zu betrachten und versucht sie zu halten.